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Norddeutschland Einheitsfeier: Kiel findet Lübeck zu klein
Nachrichten Norddeutschland Einheitsfeier: Kiel findet Lübeck zu klein
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19:23 10.08.2017
Quelle: dpa
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Kiel/Lübeck

In der Hansestadt stieß die Nachricht auf Unverständnis. „Natürlich reichen die Flächen“, erklärte Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). „Kiel hätte Lübeck jederzeit auffordern können, mehr Platz anzubieten. Das hätten wir hingekriegt. Aber man hat uns nicht gefragt.“ Die Kieler Begründung sei vorgeschoben. „Die Entscheidung ist gegen Lübeck gefallen, weil es offensichtlich so gewünscht war.“
Selbst bis Berlin schlägt der Kieler Beschluss Wellen. „Ich bin ziemlich entsetzt“, sagte die Lübecker Bundestagsabgeordnete Alexandra Dinges-Dierig (CDU). Lübeck habe etliche Großveranstaltungen, darunter das G-7-Außenministertreffen und den Hansetag hervorragend gemeistert. Damals kamen 400 000 Besucher – mehr werden auch zur Einheitsfeier nicht erwartet.

„Wenn es eine Stadt gibt, die für die Einheit steht und sie lebt, dann Lübeck“, so Dinges-Dierig. „Ich erwarte von der Landesregierung, dass sie Lübeck zur 875-Jahr-Feier 2018 einen finanziellen Ausgleich anbietet.“

Die definitive Auskunft aus Kiel war auf Nachfrage dreier SPD-Abgeordneter erfolgt. Sie wollten wissen, wer die Entscheidung für Kiel überhaupt gefällt habe. Antwort: Der damals noch amtierende Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) habe bereits im März „eine Vorentscheidung“ getroffen. „Aufgrund der Faktenlage“ stelle nun aber auch Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) die Entscheidung nicht mehr in Frage, sagte Regierungssprecher Peter Höver den LN. Für die Enttäuschung in Lübeck habe Günther Verständnis.

Federführend bei der Ermittlung des Sachstandes sei das Referat Öffentlichkeitsarbeit gewesen. „In Lübeck gab es zwei Begehungen“, führt Höver aus. Ergebnis: Der von den Ländervertretungen angemeldete Platzbedarf könne nicht befriedigt werden. Die Zelte seien einfach zu groß. An der Musik- und Kongresshalle (MuK) stünden zudem störende Bäume, die Wallhalbinsel mit ihren Schuppen sei nicht attraktiv genug. An der Kieler Hörn dagegen sei genug Raum.

Die anderen drei „limitierenden Kriterien“ erfülle Lübeck: Kirchengebäude mit TV-Übertragungsmöglichkeit, Veranstaltungsraum für einen Festakt mit 1200 Gästen und ausreichend Hotelkapazitäten in entsprechenden Kategorien.

Dinges-Dierig indes fordert von Kiel ein grundsätzliches Umdenken. „Die Unwucht zwischen Kiel und Lübeck muss ein Ende haben.“

Von Marcus Stöcklin

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