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Norddeutschland Einstiges „Licht der Freiheit“ weist den Weg in die Ehe
Nachrichten Norddeutschland Einstiges „Licht der Freiheit“ weist den Weg in die Ehe
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20:10 27.07.2018
Zu DDR-Zeiten war der Leuchtturm von Dameshöved für Flüchtlinge der Wegweiser in den Westen. Quelle: Foto: Bockwoldt/dpa
Dahme

In den Jahren der deutschen Teilung diente er DDR-Bürgern bei ihrer Flucht über die Ostsee als Orientierungsmarke, was ihm zu dem Beinamen „Licht der Freiheit“ verhalf. „Ja, es gab eine Reihe von Fällen, bei denen sich DDR-Flüchtlinge am Leuchtfeuer von Dahmeshöved orientiert haben. Aber wir haben davon nicht viel mitbekommen“, sagt der 82-jährige Uwe Landschoof, der 1935 im Leuchtturmwärterhaus neben dem Turm geboren wurde. Die Flüchtlinge seien ja in der Dunkelheit gekommen und nicht direkt am Leuchtturm an Land gegangen, sagt er.

Der knapp 29 Meter hohe, achteckige Ziegelturm wurde 1878/79 auf einer Anhöhe („Höved“) in der Nähe des heutigen Ostseebads Dahme erbaut. Der daneben stehende kleinere Ziegelturm aus dem Jahr 1939 diente als Beobachtungsturm. „Von dort überprüften die Leuchtturmwärter die Sichtverhältnisse, um bei Bedarf das 1937 eingebaute Nebelhorn einzuschalten“, sagt Landschoof. „Damals war mein Großvater dort Erster Leuchtturmwärter und mein Vater war Zweiter Wärter. Ich bin praktisch auf dem Turm aufgewachsen.“ Mehr erinnert sich Landschoff allerdings an die Feldarbeit. „Leuchtturmwärter bekamen damals nur ein geringes Gehalt. Dafür erhielten sie einen Hektar Land zur Bewirtschaftung. Im Grunde waren wir Kleinbauern, auf dem Turm mussten Vater und Großvater nur die Laterne ein- und ausschalten“, sagt Landschoof.

Doch nicht immer verhinderte das noch in einer Entfernung von 23 Seemeilen (42,6 Kilometer) zu erkennende Licht von Dahmeshöved, dass Schiffe dort auf Grund liefen. „Es sind 13 Strandungen dokumentiert, die letzte war 1952. Damals lief ein motorisierter dänischer Frachtsegler auf Grund und wurde bei Kellenhusen an den Strand geworfen. Innerhalb kürzester Zeit war das Wrack verschwunden, schließlich war Brennholz damals knapp“, sagt Landschoof, der die Geschichte des Turms erforscht und aufgeschrieben hat.

Anders als sein Vater und sein Großvater ist er nicht Leuchtturmwärter, sondern Lehrer geworden. „Ich bin nach dem Abitur zwei Jahre zur See gefahren, danach habe ich Pädagogik studiert, zuletzt war ich Leiter einer Schule für mehrfach Behinderte. Aber die Zeit der Leuchtturmwärter ist ohnehin vorbei“, sagt Landschoof. Seit 1978 wird das Leuchtfeuer per Funk ferngesteuert. Leuchtturm und Beobachtungsturm zieren auch das Ortswappen des 1200-Einwohner-Dorfes Dahme. Heute weist der Leuchtturm nicht mehr nur Schiffen den Weg in den Hafen, sondern auch Hochzeitspaaren den Weg in die Ehe.

Die Gemeinde Dahme hat in luftiger Höhe eine Außenstelle des Standesamtes eingerichtet. „Diese Außenstelle ist sehr beliebt, wir waren schon im Mai für die ganze Saison ausgebucht“, sagt Standesbeamter Peter Asmus.

Leuchttürme im Norden stellen die LN in loser Reihenfolge vor.

LN

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