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Emotionales Wiedersehen mit dem Lebensretter von der A1

Familie suchte Ersthelfer per Anzeige Emotionales Wiedersehen mit dem Lebensretter von der A1

Ein Motorradfahrer verunglückte im November auf der A 1, Ersthelfer retteten dem 18-Jährigen das Leben. Über eine Anzeige in den LN hatte die Familie des Unfallopfers die unbekannten Lebensretter gesucht. Mit Erfolg: Nun trafen sie einen von ihnen persönlich - ein emotionales Wiedersehen. 

Die Familie des Unfallopfers hatte die unbekannten Lebensretter mit einer Anzeige gesucht. Mit Erfolg: Am Montag trafen der Motorradfahrer (r.) gemeinsam mit seiner Mutter (l.) mit Thomas Rode (Mitte) einen von ihnen persönlich - ein emotionales Wiedersehen. 

Quelle: Lutz Roeßler

Sereetz. Dass es dem jungen Mann wieder gut geht ist alles, was für Thomas Rode (48) zählt. Am 20. November hat Rode auf der A 1 einen verunglückten Motorradfahrer gerettet. Am Montag bedankten sich der 18-Jährige und seine Mutter dafür persönlich. Sie umarmen ihn. Erst die Mutter, dann der Sohn. Thomas Rode bekommt Geschenke. Dabei, sagt er, sei Helfen doch eigentlich selbstverständlich. Er und einige andere Ersthelfer hatten den 18-Jährigen, der anonym bleiben möchte, am Nachmittag des 20. November nach einem Unfall auf der Autobahn gerettet. 

Thomas Rode (48) war als erster am Unfallort und rettete den jungen Motorradfahrer.

Thomas Rode (48) war als erster am Unfallort und rettete den jungen Motorradfahrer.

„Das war zwischen Bad Schwartau und Sereetz“, erzählt Rode. Der Verkehr habe sich gestaut und „ich hatte mich gewundert, als ich sah, dass die Autos auf der Mittelspur vor irgendetwas auswichen“. Als Rode dann näher kommt, sieht er erst nur ein Scheinwerferlicht, dann ein Motorrad und schließlich einen Menschen. „Ich konnte das erst nicht glauben“, sagt Rode. „Die vor mir sind alle weitergefahren.“ Doch der 48-Jährige hält an. „Der Junge war benommen, er blutete am Arm.“

Rode stützt den Verletzten, gemeinsam schaffen sie es auf den sicheren Seitenstreifen. Dort schließlich kommen nach kurzer Zeit weitere Helfer hinzu: ein Kollege von Rode und auch der ausgebildete Rettungsassistent Sven Schröder, der die Situation im Vorbeifahren bemerkt hatte. „Ich war auf dem Weg zum Schwimmtraining, da sah ich den Verletzten und zwei andere Menschen an der Leitplanke“, sagt Schröder. Er habe angehalten und Hilfe angeboten. „Der junge Mann blutete am Arm, der Kopf schien aber nicht verletzt zu sein“, sagt Schröder.

Genau wie die anderen Helfer bleibt er bei dem Verletzten, bis der Rettungswagen kommt und ihn ins Krankenhaus bringt. Später wird klar, dass der 18-Jährige beim Bremsen die Kontrolle über sein Motorrad verloren und über den Lenker auf die Fahrbahn gestürzt war. Die Verletzung, die er sich dabei zugezogen hat, ist nicht ernst. Nur eine Fleischwunde. Mittlerweile ist der junge Mann wieder gesund. 

Erleichterung und Dankbarkeit bei dem Verunglückten und seiner Familie sind schier unendlich groß. Über eine Anzeige in den LN versuchen sie, die unbekannten Helfer zu erreichen. „Wir würden uns gern bei den Menschen bedanken, die den Mut hatten, anzuhalten, nachdem unser Sohn verunglückte. Ihm kam es vor wie eine Ewigkeit und er war so erleichtert, als er nicht mehr alleine war“, heißt es dort. In der Notaufnahme sei das auch der erste Gedanke ihres Sohnes gewesen, erzählt die Mutter. „Wer hat mir geholfen, wie kann ich mich bedanken?“

Die Anzeige verbreitet sich schnell in sozialen Netzwerken, Medien in ganz Deutschland greifen die Botschaft auf. Schließlich melden sich einige Helfer oder ihre Familien bei den LN. „Wir wollten nach diesem Unfall, nach diesem schlimmen Erlebnis, das Positive hervorheben: Den Einsatz der Menschen, die geholfen haben“, sagt die 43-jährige Mutter. Das selbstlose Eingreifen bei einem Unfall sei keine Selbstverständlichkeit. Schließlich begebe sich auch der Helfer in Gefahr. Sie sei so unendlich dankbar, dass sich beim Unfall ihres Sohnes alles zum Guten gewendet habe. „Diese Dankbarkeit wollen wir weitergeben und allen Mut machen, sich in ähnlichen Situationen ähnlich zu verhalten – das ist uns ein wichtiges Anliegen.“

Von Luisa Jacobsen und Nick Vogler

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