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Norddeutschland Emu stirbt an Vogelgrippe: Tierpark geschlossen
Nachrichten Norddeutschland Emu stirbt an Vogelgrippe: Tierpark geschlossen
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21:17 25.11.2016
Emus sind Laufvögel, die aus Australien stammen. Quelle: Brigitte Judex-Wenzel
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Ueckermünde

Die Auswertung der Proben dauere etwa 24 Stunden, Ergebnisse lägen frühestens morgen Nachmittag vor, erklärte Kreissprecher Achim Froitzheim. Bei einem toten Emu-Weibchen hatten Veterinäre den hochansteckenden Geflügelpest-Erreger H5N8 festgestellt. Der Emu war am Dienstag tot in seinem Gehege, in dem auch ein Emu-Männchen lebt, gefunden worden. In Mecklenburg-Vorpommern ist auch der Tierpark in Sassnitz (Kreis Vorpommern-Rügen) wegen eines Vogelgrippefalles geschlossen. Ähnliche Vorfälle in Schleswig-Holstein sind bislang nicht bekannt.

„Wir werden mit Augenmaß vorgehen, um den Tierpark nicht eines wertvollen Vogelbestandes zu berauben“, erläuterte der Amtstierarzt das weitere Vorgehen. Das sei aufwendig, weil Veterinäre von Gehege zu Gehege gehen müssten, um Tupferproben von Fasanen, Nandus, Schwänen, Enten, Störchen und Ziervögeln zu nehmen. „Dabei wird sich jedes Mal umgezogen“, erklärte der Fachmann. Das sei nötig, um ein Verschleppen von Erregern auszuschließen. Deshalb werde das Emu-Männchen auch zuletzt getestet – weil bei ihm die Wahrscheinlichkeit einer Infektion am größten sei.

Im größten Zoo an der deutsch-polnischen Grenze waren bis auf die Emus auch alle anderen Vögel „eingestallt“ – sogar andere Laufvögel, die sich mit der Stallhaltung meist schwertun.

„Das ist bei Störchen vorübergehend auch möglich, das wird manchmal auch bei Storchenpflegehöfen so gemacht“, sagte Froitzheim.

Bei einem ähnlichen Ausbruch hatte Anfang 2015 der Zoo Rostock etwa 60 Vögel eingebüßt. Der Schweriner Zoo hat wegen der Stallpflicht für seine Strauße, die wie Emus auch Laufvögel sind, eine Ausnahmegenehmigung. Aus Tierschutzgründen dürfen die Tiere im Freien laufen.

Nach mehreren Vogelgrippefällen bei Wildvögeln und Nutzgeflügel gilt inzwischen in ganz Mecklenburg-Vorpommern eine Stallpflicht. Bislang konzentrierten sich die Fälle vor allem auf die Kreise Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald.

Anfang November war der hochansteckende Vogelgrippe-Erreger dann auch bei toten Wildvögeln auf der wenige Kilometer von Ueckermünde entfernten polnischen Seite der Grenze gefunden worden.

Weitere Fälle entdeckt

In Schleswig-Holstein weitet sich die Geflügelpest aus. Der Kreis Plön hat mittlerweile das gesamte Kreisgebiet zum Beobachtungsgebiet mit eingebetteten Sperrbezirken erklärt. Inzwischen seien Restriktionsgebiete um Wildvogelfunde, bei denen die Geflügelpest nachgewiesen wurde, in nahezu allen Kreisen und kreisfreien Städten eingerichtet worden, teilte das Kieler Landwirtschaftsministerium mit. Ausnahmen sind der Kreis Nordfriesland und die Stadt Neumünster. Wie gestern bekannt wurde, wies das Friedrich-Löffler-Institut (FLI), das nationale Referenzlabor, den hochansteckenden Erreger H5N8 bei einer toten Möwe in Kollmar (Kreis Steinburg) nach. Im Norden sind Reiher-, Stock-, Eiderente, Säger, Graugans, Schwan, Graureiher betroffen, aber auch Aasfresser wie Möwe, Bussard und inzwischen auch Seeadler.

In Hamburg sind ebenfalls weitere Fälle aufgetreten: Bei drei verendeten Wildvögeln im Bezirk HamburgMitte ist der Erreger des Subtyps H5N8 nachgewiesen worden. Der Fundort der Vögel befinde sich in Rothenburgsort – in unmittelbarer Nähe des Fundortes der bereits bekannten Fälle, teilte die Gesundheitsbehörde mit. „Der bestehende Sperrbezirk bleibt unverändert bestehen“, hieß es.

 Winfried Wagner

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