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Norddeutschland Endlich da: Frühsommer lässt die Erdbeeren reifen
Nachrichten Norddeutschland Endlich da: Frühsommer lässt die Erdbeeren reifen
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21:16 10.05.2016

Die ersten Erdbeeren sind da: Gestern wurde die Erntesaison in Schleswig-Holstein offiziell eröffnet. Auf dem Erdbeerhof Kaack in Fuhlendorf (Kreis Segeberg) werden die roten Früchte aber bereits seit sechs Tagen gepflückt. Sie stammen aus dem geschützten Anbau, sind in Tunneln gereift. Auch auf dem Hof Bockhop in Schmilau (Herzogtum Lauenburg) und dem Erdbeerhof Glantz in Delingsdorf (Stormarn) wurden die ersten Erdbeeren schon von den Feldern geholt.

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Milana Witte (oben) und Ian (5) probieren in Warnsdorf Erdbeeren. Maureen Büll und Christian Kleimeier zeigen den Tunnelanbau in Bovenau. Fotos: Maxwitat, Eisenkrätzer

„Seit es ruckartig heiß geworden ist, explodiert die Ernte.“Tobias Dunkel, Erdbeerhof Glantz

„Jetzt wird erst mal all das geerntet, was durch die Tunnel verfrüht reif ist. In ein bis zwei Wochen werden wir dann wohl auch im Freiland loslegen können“, sagt Sebastian Kunz, der stellvertretende Betriebsleiter des Erdbeerhofs Kaack. „Dadurch, dass es jetzt sehr heiß ist, geht es schnell.“ Vor zwei Wochen, nach dem Schnee, sei damit nicht zu rechnen gewesen. Der plötzliche Kälteeinbruch Ende April habe bei den Freiland-Pflanzen einige Schäden verursacht. „Viele Blüten sind kaputtgegangen“, berichtet er.

Probleme habe den Betrieben auch der frostige Januar bereitet, sagt Isa-Maria Kuhn, Sprecherin der Landwirtschaftskammer. Nach anfänglich mildem Winter seien die Temperaturen zum Jahresbeginn auf Werte um minus zehn Grad abgesackt. Dazu kam eine steife Brise, sodass Blütenknospen in dieser Zeit trotz schützender Folientunnel erfroren seien. Die Landwirte in Schleswig-Holstein rechnen in diesem Jahr mit einer durchschnittlichen Ernte von etwa 14000 Tonnen wie in den Vorjahren. 80 Betriebe bauen Erdbeeren an — auf einer Fläche von insgesamt 1000 Hektar. Die meisten Pflanzen wachsen im Freiland, nur 15 Bauern setzen auf die sehr aufwendige Produktionsweise im Folienhaus. Die Tendenz sei aber steigend, denn ihre Erdbeeren sind gegen Risiken wie Spätfrost, Hagel, Trockenheit oder Starkregen weitgehend geschützt, sodass hier kontinuierlich bei jedem Wetter beste Qualitäten gepflückt werden, erklärt Kuhn.

Geschützten Anbau gibt es auch beim Erdbeerhof Glantz. Seit zwei Wochen wird in Delingsdorf die Sorte „Flair“ geerntet. 60 Verkaufsstände hat das Unternehmen bereits geöffnet, täglich kommen neue hinzu. Für 3,90 Euro wird dort das Pfund angeboten. „Seit es ruckartig heiß geworden ist, explodiert die Ernte in den geschützten Bereichen“, sagt Mitarbeiter Tobias Dunkel. Prognosen zum Saisonverlauf seien zurzeit noch schwierig. „Das hängt sehr vom Wetter ab“, sagt er. „Dauer-Kälte wäre schlecht, aber eine Hitzewelle ohne Regen genauso.“

Bei Karls Erdbeerhof beginnt die Ernte erst in der kommenden Woche. Auf dem Gelände in Warnsdorf werden trotzdem schon die ersten Früchte der Sorte „Clery“ verkauft. Sie stammen vom Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern, wurden dort im Tunnel angebaut. Zurzeit kostet das Pfund auch hier 3,90 Euro, im Laufe der Saison sinken die Preise erfahrungsgemäß. „Sie werden dann auf Vorjahresniveau liegen“, sagt Chefin Ulrike Dahl. Wenn in Warnsdorf in fünf bis sieben Tagen die ersten unter Vlies gereiften Erdbeeren gepflückt werden, dann werden auch die vielen Verkaufsstände in der Region geöffnet. „Ich erwarte bei uns eine brillante Ernte, denn die Bedingungen sind gut“, sagt Dahl. Die Erdbeeren seien sehr eben gewachsen, Schäden seien keine zu sehen. Und die Wettervorhersage für die kommenden Tage sei perfekt. „Es soll noch mal etwas kühler werden. Das verlangsamt das Reife-Tempo etwas und ist besser für die Erdbeeren.“

Von Janina Dietrich

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