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Norddeutschland Entlassungen bei Goodgame Studios
Nachrichten Norddeutschland Entlassungen bei Goodgame Studios
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22:14 19.08.2016
Turbulente Zeiten bei Goodgame Studio in Hamburg. Quelle: dpa
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Hamburg

Die einst erfolgsverwöhnte Hamburger Spieleschmiede Goodgame Studios hat Entlassungen in größerem Umfang angekündigt. In einer Presseerklärung heißt es, es werde Kündigungen voraussichtlich in „einem unteren dreistelligen Bereich“ geben. Der Stellenabbau soll bereits bis Ende September erfolgen. In einem Bericht der „Hamburger Morgenpost“ (Mopo) ist von mehreren Hundert betroffenen Mitarbeitern die Rede. Goodgame hat bisher 1100 Mitarbeiter und bezeichnet sich selbst als Deutschlands größtes Spieleunternehmen. Es ist auf die Entwicklung von Spielen spezialisiert, die auf mobilen Geräten oder über den Browser am Rechner gespielt werden. Die Spiele selbst sind kostenlos (Free-to-play), Geld verdient das Unternehmen mit eingeblendeter Werbung oder digitalen Zusatzangeboten.

Zu den größten Spieleerfolgen des Unternehmens gehört „Empire“. Vor rund anderthalb Jahren wollte das Unternehmen noch massiv expandieren. Die Entlassungen begründete Goodgame mit Umstrukturierungen.

Das Unternehmen wolle sich in Zukunft verstärkt auf sein „sehr profitables Kerngeschäft“, Strategiespiele für die Plattformen Mobile und Browser, konzentrieren.

Goodgame-Sprecher Dirk Hensen sagte, das Unternehmen könne noch nichts zur genauen Zahl der Entlassungen sagen. Dies könne erst „nach Beendigung des vorgeschalteten höher dotierten freiwilligen Abfindungsprogramms“ erfolgen. Er betonte, der Stellenabbau sehe neben einem freiwilligen Abfindungsprogramm auch die Nichtverlängerung auslaufender Verträge vor. Laut „Mopo“ wurden die Mitarbeiter von der Ankündigung bei einem „Company-Meeting“ völlig überrascht. Die Kündigungen sollen wohl schon im September wirksam werden.

Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Hansjörg Schmidt äußerte sich über Twitter empört zu den Entlassungen. Er bezeichnete den Umgang bei Goodgame mit den Mitarbeitern als „einfach unwürdig“. Die Gewerkschaft Verdi hatte schon im vergangenen Jahr die Bedingungen bei Goodgame kritisiert. So sei 14 Beschäftigten, die eine Betriebsratswahl vorbereitet hätten, gekündigt worden – „mit fadenscheinigsten Gründen“, erklärte damals Verdi-Landesbezirksleiter Berthold Bose. Laut Medien war Goodgame in den guten Jahren durch luxuriöse Arbeitsbedingungen aufgefallen. Dazu gehörten ein Swimmingpool im Garten, ein Fitnessstudio und Freibier am Abend.

LN

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