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17:28 06.10.2018
Frank Berger (54) ist der neue Chef im Landgasthof Brechtmann in Schürsdorf. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Schürsdorf/Lübeck

Gut ein Jahr ist Frank Berger nun schon der Chef im Landgasthof Brechtmann in Schürsdorf (Kreis Ostholstein). Die Übernahme des Traditionsrestaurants verlief reibungslos. Eine Riesenportion Glück war aber auch dabei.

Schon länger hatte sich Frank Berger (54) nach Eigentum umgesehen. Ausgerechnet in Bayern – auf einem Meditationsseminar auf der Fraueninsel im Chiemsee – bahnte sich die Übernahme des Landgasthofes Brechtmann in Schleswig-Holstein an. Denn zu den Teilnehmern gehörte auch eine Unternehmensberaterin aus Kiel, die den Auftrag hatte, einen Nachfolger für das renommierte Restaurant in Schürsdorf zu finden. Man kam ins Gespräch, erinnert sich Berger, der gelernter Koch ist. Im Januar 2017 dann das erste Gespräch mit dem damaligen Eigentümer Klaus Brechtmann, der das Traditionsrestaurant 32 Jahre geführt hatte.

Fachleute helfen bei der Gründung

„Alles passte“, erinnert sich Berger, der schon in Hamburg, in der Schweiz, in Bayern und bei der Marine auf der „Gorch Fock“ gekocht hat. Zuletzt betrieb er ein Restaurant in Bad Schwartau sowie einen Party-Service in Timmendorfer Strand. Zusammen mit seiner Frau Iris (48) entschied er sich zu der Geschäftsübernahme – unterstützt unter anderem durch die Bürgschaftsbank. „Ich würde so etwas immer mit Fachleuten wie Steuer- oder Unternehmensberatern machen“, bilanziert der Koch. Sie könnten auch Tipps geben, wo etwa Unterstützung vom Land oder der EU in Anspruch genommen werden könne. Allein sei es sehr schwierig, Kredite zu bekommen.

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Seit Juli vergangenen Jahres schwingt Berger nun den Kochlöffel in seinem eigenen Restaurant. Gleich zu Beginn kochte er eine Woche lang mit seinem Vorgänger, schließlich sollte die Tradition gewahrt werden. Denn alles sollte so sein, wie es die Gäste gewohnt waren. „Der Ruf des Restaurants ist 30 Jahre lang gewachsen“, sagt Berger mit Ehrfurcht. Das Stammpublikum kommt aus Lübeck, Hamburg, sogar aus Berlin. „Das ist ein Wahnsinn.“ Und so ließ Berger den Laden mit seinem 80 Plätzen genauso weiterlaufen.

Ente ist die Spezialität des Hauses

Spezialität des Hauses sind Enten: im Ofen gegart – klassisch mit Rotkohl und Klößen oder auf mediterranem Gemüse, sauer eingelegt, rosa gebraten, in der Kraftbrühe. Im Schnitt sind 90 Prozent der Bestellungen Ente, im Sommer 70 Prozent, berichtet Berger. Rund 10 000 Enten werden jedes Jahr zubereitet. Die Weihnachtstage seien jetzt schon ausgebucht, es gibt Wartelisten. Daneben bietet er auch Steaks und Fisch an. Neuerungen führt Berger nur behutsam ein. So gibt es inzwischen auch vegetarische Speisen auf der Karte. Zudem gibt es jetzt Wildgerichte – Berger ist Jäger. Zudem wird jetzt auch Ente für zu Hause angeboten, sie muss dort nur noch im Ofen übergebraten werden. „Man darf nie stehenbleiben“, sagt er.

Frank Berger (54) kocht jetzt im Landgasthof Brechtmann in Schürsdorf – gern Ente in verschiedenen Variationen. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Berger beschäftigt acht Angestellte. Unterstützt wird er zudem von seiner Familie. Seine Frau empfängt die Gäste. Ein herzliches Entrée sei ganz wichtig – auch wenn die Leute wegen des Essens kommen. Seine Eltern helfen, wenn sie können, sogar die Schwiegermutter arbeitet mit. „Das ist das Beste, wenn die Familie mit dabei ist“, meint Berger.

Sein behutsamer Einstieg zahlt sich aus. „Die Zahlen haben sich besser entwickelt als erwartet“, berichtet der Gastronom. „Wir haben es ganz toll getroffen.“

Julia Paulat

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