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09:51 18.10.2012
Einsatz für den Balkan (v. l.): Maximilian Stilke, Torge Daus, Jörn Weber, Yannic Peper, Frederik Doktor, Tabea Brenner und Jonathan Heckmann.
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Segeberg

Bock auf Balkan? Tabea Brenner (19) und Torge Daus (18) vom Verein „Schüler Helfen Leben“ in Neumünster brüten über einem Formular und entscheiden sich für diese Frage, um neugierig auf ihre Arbeit zu machen. Ein Titel, den vor 20 Jahren wohl kein Schüler so formuliert hätte. Bock auf Balkan, das hätte damals bedeutet: Bock auf die jugoslawische Volksarmee, auf zivile Opfer und blutige Schlachten. Seit 1991 tobten Kriege in Südosteuropa. Heute ist das anders, es herrscht Aufbruchstimmung: Zwischen den Bombenruinen in Sarajevo oder Belgrad brummt der Balkan-Beat.„Wir setzen uns vor allem für die Bildungs- und Begegnungsarbeit ein“, sagt Yannic Peper (18), Sprecher von „Schüler Helfen Leben“. 2012 hat der Verein auch ein Projekt unterstützt, das kriminelle Jugendliche resozialisiert. „Der Balkan ist medial aus dem Blickfeld geraten. Die Not ist nicht mehr akut“, sagt Aktiven-Betreuer Jonathan Heckmann (21). Je geringer die akute Not, desto drängender die Frage: Was macht noch Sinn? „Wir werden auf keinen Fall den Balkan verlassen. Wir haben dieser Region ein Versprechen gegeben.“ Einer Region, die im Frieden andere Fragen stellt als im Krieg.Den Anfang bestimmte die Katastrophe. Tagtäglich informierten die Medien über den europäischen Krieg. Michael Bröning, heute 36, engagierte sich vor allem 1993 und 1994 als Schülersprecher des Heinrich-Heine-Gymnasiums Heikendorf und als Mitglied der Landesschülervertretung. Eine Schülerinitiative aus Bad Kreuznach zeigte: „Wir können tatsächlich selbst etwas tun“, erzählt er.Dass der zupackende Einsatz damals möglich war, lag vor allem an breiter, unbürokratischer Unterstützung: Ministerpräsidentin Heide Simonis übernahm gleich zu Beginn die Schirmherrschaft über die Aktionen in Schleswig-Holstein, führte später den Sozialen Tag ein. Heute wird die Initiative in Berlin gewürdigt. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), der die Hauptrede hält, bezeichnete die Hilfsorganisation zu Gunsten Südosteuropas als „Erfolgsstory“ aus Schleswig-Holstein“. Der Verein sei „ein hervorragendes Beispiel dafür, wie viel Schüler bewegen können, wenn sie gemeinsam handeln.“ Junge Menschen engagierten sich, wenn sie damit konkrete Projekte verbinden. Jedes Jahr beteiligen sich etwa 800 bis 1000 Schulen in ganz Deutschland, allein in Schleswig-Holstein waren es zuletzt am 14. Juni 345 Schulen.

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