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Norddeutschland Ermittlungen nach Tod des kleinen Tayler
Nachrichten Norddeutschland Ermittlungen nach Tod des kleinen Tayler
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21:16 21.12.2015

Zwei Tage nach dem Tod des zwölf Monate alten Tayler aus Hamburg gehen die Ermittlungen weiter. Der kleine Junge erlag eine Woche nach seiner Einlieferung ins Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) am Sonnabend seinen Verletzungen. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Carsten Rinio soll er zu Tode geschüttelt worden sein. Das genaue Ergebnis der Obduktion liege noch nicht vor. Ermittelt wird gegen die 22 Jahre alte Mutter und ihren 26 Jahre alten Lebensgefährten, der nicht der Vater ist. Beide sind auf freiem Fuß.

Es stellt sich die Frage, warum Tayler trotz Aufsicht des Jugendamts gewaltsam ums Leben kam. Er ist das sechste tote Kind in Hamburg in elf Jahren, das in staatlicher Obhut war. Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) fordert Aufklärung, verteidigt aber das System der Kinder- und Jugendhilfe. Es scheine Parallelen zu früheren Fällen zu geben. Die Jugendhilfeinspektion müsse den Fall prüfen.

Tayler war bereits im August mit einem Schlüsselbeinbruch ins Krankenhaus gebracht worden — er kam in eine Pflegefamilie. Der Verdacht auf Körperverletzung ließ sich jedoch nicht erhärten. Die Mutter habe angegeben, sie sei mit Baby im Arm vom Trampolin gefallen. Im Oktober kam Taylor zurück zur Familie. Am 11. Dezember hatte die Betreuerin blaue Flecken festgestellt, die sie der „wachsenden Mobilität“ zugeschrieben habe, teilt die Stiftung Rauhes Haus mit. Das Kind habe Stehen und Laufen geübt und sei hingefallen. Tayler sei regelmäßig unbekleidet angesehen worden, ohne Auffälligkeiten.

FDP und CDU fordern nun, den Fall im Familienausschuss zu behandeln. Es müsse geklärt werden, ob die Regeln für die Rückgabe von Kindern aus Pflegefamilien an die leiblichen Eltern zu weich seien.

Der Sozialverband Hamburg kritisierte: Die Verantwortlichen hätten aus den Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt.

LN

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