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Norddeutschland Erneut Krawalle am 1. Mai
Nachrichten Norddeutschland Erneut Krawalle am 1. Mai
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20:41 02.05.2016
Polizisten und Demonstranten gerieten vor der Roten Flora aneinander. Zuvor war es zu Attacken auf Polizisten gekommen. Quelle: Marks/dpa
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Hamburg

Die Ausschreitungen rund um die Mai-Demonstrationen in Hamburg mit fast 50 Fest- und Ingewahrsamnahmen sowie beinahe 60 Verletzten sind geringer ausgefallen als befürchtet. „Ein wirklich ruhiger 1. Mai war es nicht, aber wir wissen alle, dass wir schon ganz andere Situationen hatten am 1. Mai“, sagte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) gestern. Er lobte ausdrücklich das Vorgehen der Polizei: „Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung und dem Einsatz der Polizei.“ Die Organisatoren der durch Wasserwerfer beendeten revolutionären 1.-Mai-Demonstration sprachen dagegen von „unverhältnismäßigen und brutalen Prügel-Attacken“ der Beamten. 14 Polizisten sind laut Innenminister verletzt worden, keiner schwer.

Die Sanitäter von Actionmedics Hamburg twitterten von 44 verletzten Demonstranten, acht davon schwer. An der Demonstration hatten sich laut Polizei 1900 Menschen beteiligt. Nach einem zunächst friedlichen Verlauf wurde der Protestzug nach Polizeiangaben wegen Flaschen- und Steinwürfen auf Beamte mit Wasserwerfern aufgelöst. Danach kam es im Schanzenviertel über Stunden zu mehreren Scharmützeln zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit 1600 Beamten im Einsatz.

„Wir hatten auch in diesem Jahr wieder dieselben sinnleeren Gewaltrituale wie in den Vorjahren“, sagte Grote. Insgesamt sei es jedoch einigermaßen im Rahmen geblieben. Erschüttert zeigte er sich aber über die schon vor Beginn der Demonstration festgenommenen Jugendlichen, die an Spraydosen geklebte „Polenböller“ bei sich gehabt hatten. Wenn die auf Augenhöhe detonierten, „dann ist der Kopf nicht mehr da. Da fragt man sich schon, was in solchen Jugendlichen vorgeht“, sagte Grote.

Das Bündnis Revolutionäre Linke Hamburg (RLH), das zur revolutionären 1.-Mai-Demonstration unter dem Motto „Klasse gegen Klasse“ aufgerufen hatte, kritisierte die Auflösung der Demonstration durch die Polizei dagegen scharf. Die „Eskalation ging nicht von uns aus und wir missbilligen die absolut unverhältnismäßigen und brutalen Prügel-Attacken auf unsere Demonstration“, sagte RLH-Sprecher Maik Wehner. Die Verantwortung trage allein die Polizei.

LN

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