Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Erntebilanz: Sorgenkind Raps
Nachrichten Norddeutschland Erntebilanz: Sorgenkind Raps
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:13 22.08.2017
Anzeige
Gremmerup

Die Erntebilanz der Bauern im Norden fällt eher ernüchternd aus: Mäßige Preise und hohe Trocknungskosten schmälern die Erlöse. Aber immerhin fallen die Ernteerträge in Norddeutschland recht passabel aus – vor allem im bundesweiten Vergleich.

Das Wetter habe die Erntearbeiten zwar gehörig behindert, und schätzungsweise 40 Prozent des Winterweizens stehe noch auf dem Halm, weil die Felder nur teilweise befahrbar seien, sagte gestern Landwirtschaftskammerpräsident Claus Heller. Dennoch sei die Getreideernte im Norden recht passabel ausgefallen und liege zumindest über dem schlechten Vorjahr. Bundesweit sah dies zum Teil deutlich anders aus. Der Bauernverband Deutschland rechnet mit einer Ernte von 44,5 Millionen Tonnen Getreide und damit zwei Prozent weniger als im bereits enttäuschenden Vorjahr. Vor allem Landwirte im Westen und Südwesten mussten weitere Einbußen hinnehmen.

In Schleswig-Holstein wird dieses Jahr eine Erntemenge von 2,6 Millionen Tonnen Getreide erwartet. Das sind 5,3 Prozent mehr als 2016. Winterweizen macht davon mit geschätzten 1,7 Millionen Tonnen den Großteil aus. Der Durchschnittsertrag pro Hektar wird mit knapp 93 Dezitonnen pro Hektar den Ertrag vom Vorjahr überschreiten (90). Die Rapsernte hingegen fiel erneut enttäuschend aus.

Obwohl die Erträge nicht ganz so niedrig waren wie im Vorjahr, liegen sie doch unter dem langjährigen Mittel. Heller bezweifelte, dass künftig wieder früher übliche Hochertragszahlen beim Raps erreicht werden, denn dafür müsse grundlegend etwas an der Fruchtfolge geändert werden. Durch eine zu enge Fruchtfolge träten Krankheiten vermehrt auf.

Die Erntemenge beim Raps liegt bei voraussichtlich 0,4 Millionen Tonnen und damit um drei Prozent höher als im mehrjährigen Durchschnitt. Dies liege daran, dass die Anbauflächen für Raps um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 97 000 Hektar ausgeweitet worden seien, sagte Heller.

Bauernverbandspräsident Werner Schwarz wies darauf hin, dass 2018 wieder auf weniger Fläche Raps stehen könnte. Eigentlich sei jetzt der richtige Zeitpunkt zur Aussaat. Aber in vielen Regionen könne der Boden noch nicht beackert werden, ohne ihn zu schädigen. Die mögliche Folge: Landwirte müssten zu einem späteren Zeitpunkt andere Pflanzen in den Boden bringen. Doch dann kämen sie in Konflikt mit der Gülleverordnung, sagte Schwarz.

Die Erlöse der Landwirte mindern dieses Jahr neben den Trocknungskosten auch die mäßigen Erzeugerpreise. Die globale Verflechtung des Agrarmarktes sei ebenso wie das Wetter ein Faktor, den die Bauern nicht beeinflussen könnten, sagte Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). „Der Weltmarkt diktiert die Preise“, sagt der Landwirtschaftsminister, der sich für den Aufbau regionaler Vermarktungsstrukturen stark macht.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das AKW Brunsbüttel soll zurückgebaut werden. Der Betreiber rechnet dafür 10 bis 15 Jahre ein.

22.08.2017

Ministerin von der Leyen zu Besuch in Eckernförde.

22.08.2017

Tourismuszahlen legen im ersten Halbjahr zu.

07.09.2017
Anzeige