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Norddeutschland Erpressungsversuch gegen Steinbrück: Staatsanwaltschaft ermittelt
Nachrichten Norddeutschland Erpressungsversuch gegen Steinbrück: Staatsanwaltschaft ermittelt
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15:11 07.09.2013
Ein Unbekannter versuchte Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (SPD) zu erpressen. Quelle: dpa
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Berlin/Bonn

Steinbrücks Frau Gertrud bestätigte den Erpressungsversuch: „Die Bürgerinnen und Bürger können gewiss sein, und gerade der oder die Täter sollen wissen: Steinbrücks sind nicht erpressbar und lassen sich auch nicht erpressen“, sagte sie der „Bild"-Zeitung. Die Bonner Polizei ermittelt bereits. Den Angaben zufolge war Gertrud Steinbrück Adressatin des Erpresserbriefs. Der anonyme Absender forderte sie auf, sie solle „Ihren Mann im Stillen dazu bewegen, seine Kanzlerkandidatur bis zum 10. September aus persönlichen Gründen niederzulegen“, berichtet die „Bild"-Zeitung. Denn weder ein Kanzlerkandidat der SPD noch ein Bundeskanzler dürften erpressbar sein.

Nach Darstellung von Gertrud Steinbrück war die Putzhilfe 1999 bei ihrer in Bonn lebenden Mutter Marie-Luise beschäftigt, die 2003 gestorben ist. Peer Steinbrück war wenige Monate zuvor Wirtschaftsminister in Nordrhein-Westfalen geworden, seine Familie war deshalb nach Bonn umgezogen. Da Gertrud Steinbrück durch ihre Berufstätigkeit und den Umzug stark belastet gewesen, habe ihre Mutter ihr „zum Einzug geschenkt, dass ihre Putzhilfe für ein halbes Jahr einmal in der Woche bei uns sauber machen sollte“, sagte Gertrud Steinbrück der „Bild"-Zeitung. Die Putzhilfe sei danach für Peer Steinbrück tätig geworden.

Über die Bezahlung sagte Gertrud Steinbrück der Zeitung: „Ich zahlte sie für die bei mir abgeleisteten Stunden aus und rechnete das jeweils mit meiner Mutter ab.“ Bei der Putzhilfe handelte es sich um eine Philippinerin, die mit einem Gärtner der philippinischen Botschaft verheiratet gewesen sein. Gertrud Steinbrück wies die Unterstellungen des Erpressers zurück. „Ich bin sicher, dass ich damals sowohl für mich und meine Familie als auch für sie und ihre Familie das Richtige getan habe“, sagte sie der „Bild"-Zeitung. „Dass mein Mann nach 14 Jahren deswegen erpresst wird ist infam und macht mich fassungslos."

Der Erpressungsversuch gegen SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück beschäftigt jetzt auch Polizei und Justiz. „Die Staatsanwaltschaft Bonn und die Bonner Polizei ermitteln wegen des Verdachts der Nötigung gegen unbekannt“, sagte ein Sprecher der Bonner Polizei am Samstagmorgen. Auskünfte von der Staatsanwaltschaft seien allerdings nicht vor Montag zu erwarten.

Steinbrücks Sprecher Rolf Kleine bestätigte den Erpressungsversuch und sagte, Steinbrück habe am Freitagnachmittag das Bundeskriminalamt eingeschaltet. Dieses habe den Erpresserbrief sichergestellt.

Steinbrück selbst hat sich am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in Erfurt empört über einen Erpressungsversuch gegen ihn gezeigt. Er habe Anzeige erstattet, da es sich um einen strafrechtlich relevanten Vorgang handle, sagte Steinbrück nach einer Wahlkampfveranstaltung am Samstag in Erfurt. Was er bislang im Wahlkampf erlebt habe, gehe weit über das hinaus, was akzeptabel sei. „Dass dazu ein Erpressungsversuch gehört, ist jenseits meiner Vorstellungskraft gewesen.“

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