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Norddeutschland Erster Jung-Biber seit 200 Jahren in Hamburg
Nachrichten Norddeutschland Erster Jung-Biber seit 200 Jahren in Hamburg
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21:27 23.08.2016
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Hamburg

In Hamburg ist der erste Jung-Biber seit 200 Jahren nachgewiesen worden. „Das ist eine kleine Sensation. Er ist uns in die Fotofalle getappt“, sagte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) bei der Vorstellung des neuen Säugetieratlasses der Hansestadt. Seit 2011 unterhält die Umweltbehörde gemeinsam mit der Loki-Schmidt-Stiftung für Naturschutz ein Biber-Projekt. Einem Mitarbeiter der Stiftung gelangen am 29. Juli und 1. August im Osten Hamburgs erstmals Fotos eines Biber-Jungtiers, sie zeigen ihn allein und mit der Mutter. Bis 2002, als der vorangegangene Säugetieratlas veröffentlicht wurde, galt der Biber in Hamburg als ausgestorben. Insgesamt weist der neue Atlas 54 Säugetierarten in Hamburg nach und stuft sie auf der Roten Liste für gefährdete Arten ein. „Trotz immer dichter werdender Bebauung und weiter steigender Bevölkerungszahl bleibt Hamburg artenreich“, sagte Kerstan. Im Vergleich zur Studie 2002 hat sich kaum etwas verändert: acht Arten sind weniger bedroht, acht Arten mehr, alle anderen sind unverändert eingestuft oder es liegen noch nicht genug Daten vor.

Ein Rückkehrer ist neben dem Biber der Fischotter, der im Norden entlang der Alster, im Südosten in den Vier- und Marschlanden und neuerdings in Harburg lebt. Für ihn werden extra Otterstege unter Brücken gebaut. „Weil Fischotter anders als Biber nicht unter Brücken durchschwimmen, sondern über die Straße gehen und überfahren werden“, erläuterte Kerstan.

Neuankömmlinge sind der Marderhund aus Ostasien und die Nutria (Sumpfbiber) aus Südamerika. Außerdem wurden 14 Fledermausarten ermittelt – mehr als je zuvor. Zu ihrem Schutz macht die Stadt bei gefördertem Mietwohnungsbau zur Bedingung, dass in die Fassaden Nistkästen für Gebäudebrüter und Fledermäuse eingebaut werden. Neu auf die Rote Liste kamen die Erd-, Feld- und Waldmaus.

Auch die Hausmaus und die Hausratte seien inzwischen stark gefährdet. Für den Säugetieratlas ist das Stadtgebiet in 243 je vier Quadratkilometer große Quadrate (Quadranten) aufgeteilt worden. Den größten Artenreichtum gibt es in Wohldorf-Ohlstedt mit 38 Säugetieren pro Quadrant – dort liegt das Naturschutzgebiet Duvenstedter Brook. Bei den Grünanlagen ist der Ohlsdorfer Friedhof mit 20 Arten pro Quadrant der Spitzenreiter.

Kerstan teilte mit, dass bis 2018 drei neue Naturschutzgebiete geplant seien: die Allermöher Wiesen (106 Hektar), die noch in diesem Jahr ausgewiesen werden sollen, die Neuländer Moorwiesen (255 Hektar/2017) und Duvenwischen in Volksdorf (43 Hektar/2018).

LN

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