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Norddeutschland Es wird wieder stürmisch!
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15:48 02.11.2013
Stürmische Böen und auch Sturmböen werden am Sonntag im Raum Lübeck erwartet. Die Stärke des Orkantiefs "Christian", das Anfang der Woche im Norden wütete, wird das Wetter aber bei weitem nicht erreichen. Quelle: dpa
Lübeck/Hamburg

Die Schäden des Orkantiefs „Christian“, das Anfang der Woche in Schleswig-Holstein wütete, sind noch gar nicht komplett beseitigt, da kündigen sich schon neue Wettereskapaden an: Sturmtief „Friedrich“ wird am Sonntag für ordentlich Wind im Norden sorgen. „Im Raum Lübeck rechnen wir mit stürmischen Böen, aber auch Sturmböen mit 80 Kilometern pro Stunde sind möglich“, sagt Kent Heinemann, Meteorologe am Institut für Wetter- und Klimakommunikation. „An der Nordseeküste wird es wieder ein bisschen heftiger“, sagt Heinemann, „dort gibt es Windspitzen in Höhe von 110 Kilometern pro Stunde. Mit den Dimensionen des Sturms vom Wochenbeginn habe das aber nicht viel zu tun: „Christian“ blies verbreitet mit 112 Kilometern pro Stunde und kam auf bis zu 172 Kilometern pro Stunde in St. Peter-Ording. 

Dieser Ansicht ist auch Marcus Beyer vom Deutschen Wetterdienst. „Auf den Nordseeinseln sind sicher auch mal orkanartige Böen möglich, aber das ist nicht zu vergleichen mit dem Wind Anfang der Woche.“ Los gehe es bereits in der zweiten Nachthälfte, im Laufe des Nachmittags werde es dann weniger. „Unter der Woche geben sich die Tiefs dann die Klinke in die Hand“, so Marcus Beyer weiter. Dazu gebe es vor allem am Montag ordentlich Regen und relativ milde Temperaturen.
Dass es kommende Woche noch einmal zu einem Schnellläufer wie „Christian“ komme, wollte keiner der beiden Experten ausschließen. Derzeit gebe es aber keine Anzeichen dafür.

Derweil sind die Aufräumarbeiten immer noch im Gange. Vor allem das Ausmaß der Waldschäden wurde jetzt erst richtig deutlich: „Christian“ habe in Schleswig-Holsteins Wäldern insgesamt 390 000 Festmeter Holz beschädigt, meldete das Forstministerium. Das gefällte Holz habe einen Wert in Höhe von 20 Millionen Euro. Das Betreten der Wälder in den Kreisen Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und Rendsburg-Eckernförde (nördlich des Ostseekanals) ist weiterhin verboten. „Unsere Förster sind entsetzt, wie leichtfertig sich manche Menschen über das zu ihrem Schutz ausgesprochene Betretungsverbot hinwegsetzen“, sagte der Direktor der Landesforsten, Tim Scherer. Zwischen den unter Spannung stehenden Stämmen und unter hängenden Kronenteilen herrsche Lebensgefahr.

Der Bahnverkehr im Land ist dagegen wieder weitgehend störungsfrei. Nur auf der Strecke Neumünster-Flensburg dauert die Beseitigung der Schäden  an der Oberleitung noch an. Vor dem 4. November werde dort kein durchgängiger Zugbetrieb in vollem Umfang möglich sein, hieß es von der Bahn.

kha

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