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Norddeutschland Eurovision Song Contest: Helene will für Deutschland singen
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21:15 13.01.2017
Hollingstedt

Sie hat es bei „The Voice of Germany“, „Das Supertalent“ und anderen Casting-Formaten versucht – aber ohne großen Erfolg. Stattdessen bekam Helene Nissen sogar einmal zu hören, dass sie kein Talent habe. Doch Aufgeben kam für die junge Musikerin nie in Frage. Die teils harte Kritik habe sie natürlich getroffen, gibt die 20-Jährige zu. „Aber es hat mich auch ermutigt, es den Leuten zu zeigen.“

Musik ist ihr Leben: Helene Nissen (20) bei einem Auftritt in Kiel. Quelle: Foto: Frank Dudek

Und nun hat sie dazu die Gelegenheit: Rund 2000 Musiker haben sich beworben, um Deutschland dieses Jahr beim Eurovision Song Contest (ESC) in der Ukraine zu vertreten. Helene Nissen hat es unter die besten Fünf geschafft. Sie darf sich am 9. Februar beim Vorentscheid live in der ARD dem Fernsehpublikum präsentieren.

Helene Nissen kommt aus Hollingstedt, einer kleinen Gemeinde mit rund 1000 Einwohnern im Kreis Schleswig-Flensburg. Sie besucht das Berufliche Gymnasium in Schleswig und will in zweieinhalb Jahren ihr Abitur machen. Doch eigentlich dreht sich bei ihr schon seit Jahren alles um die Musik. In der Grundschule durfte sie ein Solo in einem Musical singen. Seitdem steht für die Norddeutsche fest:

Sie möchte als Musikerin berühmt werden.

Mithilfe von YouTube-Videos brachte sie sich selbst das Gitarrespielen bei. Sie nahm zwei Jahre lang Gesangsunterricht und begann, eigene Songs zu schreiben – auf Deutsch, Englisch und Dänisch. Und sie versuchte, Auftritte zu ergattern. „Ich bewerbe mich überall“, sagt Nissen. So kam sie vor zweieinhalb Jahren auch zur Travemünder Woche, spielte dort im LN-Medienzelt.

Neue Songs testet sie am liebsten bei Auftritten, ihrer Familie spielt sie diese dagegen nur ungern vor. „Das ist mir zu intim.“ Denn viele Lieder handeln von Alltagssituationen, von Liebe und Freundschaft. „Musik ist alles für mich“, sagt Nissen. „Damit kann man so viele Dinge sagen, die man sonst nie aussprechen würde.“

In der Schule summt sie häufig Lieder vor sich hin, zum Beispiel von der britischen Sängerin Gabrielle Aplin, dem irischen Folk-Duo Hudson Taylor oder der amerikanischen Country-Ikone Johnny Cash. Zu Hause – in ihrem Zimmer – singe sie dann richtig, meist vor dem Computer zu YouTube-Videos. Ihre Lieblings-Musikrichtungen sind Blues, Folk und Soul. Und andere Hobbys? „Ich habe eine Katze“, sagt Helene Nissen. Und sie lese auch mal. Aber sonst gebe es eigentlich nur die Musik. Und da hat sie große Ziele: „Ich möchte die Menschen mit meiner Musik begeistern, bekannter werden und davon leben können.“

Den ESC verfolgt die Hollingstedterin schon seit Jahren. Sie ist großer Fan von Lena Meyer-Landrut, die den Wettbewerb 2010 gewonnen hat. „Ich habe damals bei der Castingshow ganz viel für sie angerufen.“ Nun wird sie Lena persönlich kennenlernen, denn die Musikerin sitzt beim Vorentscheid in der Jury. Die Show wird Nissens erster Fernsehauftritt sein. „Ich habe es so oft versucht, und jetzt habe ich es endlich geschafft. Das ist so cool.“ Denn auch beim ESC habe sie sich in der Vergangenheit schon drei, vier Mal erfolglos beworben. Ihre Eltern werden sie zur Show nach Köln begleiten. „Meine Familie freut sich tierisch für mich“, berichtet die junge Musikerin. „Weil sie weiß: Das ist das, was ich immer wollte.“ Auch ihr jüngerer Bruder Kjell wird dabei sein. Mit dem 14-Jährigen macht sie oft Musik, bei Auftritten stehen sie inzwischen meist zusammen auf der Bühne. Doch beim ESC muss Helene Nissen es alleine schaffen.

Aufgeregt sei sie aber nicht, obwohl sie noch gar nicht wisse, welche beiden Songs sie beim Vorentscheid präsentieren wird. Die Lieder werden extra für den ESC geschrieben und von allen fünf Kandidaten – in speziell auf sie abgestimmten Versionen – gesungen. „Ich würde richtig, richtig gerne gewinnen“, sagt Helene Nissen. „Aber selbst wenn nicht, würde ich nicht aufgeben.“ Denn das hat sie bisher noch nie gemacht.

Die Zuschauer entscheiden

43 Länder nehmen dieses Jahr am Eurovision Song Contest teil. Er wird am 13. Mai in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ausgetragen.

Der deutsche Vorentscheid ist am 9. Februar in Köln (20.15 Uhr, live in der ARD). Aus den 2000 Bewerbern haben es neben Helene Nissen auch Axel Maximilian Feige aus Hamburg, Felicia Lu Kürbiß aus Freilassing (Bayern), Isabella Lueen aus Berlin und Wilhelm Richter aus Dortmund ins deutsche Finale geschafft. In der Jury sitzen Lena, Tim Bendzko und Florian Silbereisen. Sie haben allerdings nur eine beratende Funktion. Die Zuschauer entscheiden per Voting, wer Deutschland in Kiew vertreten darf.

Janina Dietrich

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