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Norddeutschland Ex-Radiomoderator wegen Betrugs verurteilt
Nachrichten Norddeutschland Ex-Radiomoderator wegen Betrugs verurteilt
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17:14 27.04.2016
61 000 Euro nahm ein Ex-Radiomoderator durch die Manipulation von Radio-Gewinnspielen ein. Quelle: Patrick Seeger/dpa
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Rostock

Der Moderator hatte dem Gericht zufolge zwischen 2008 und 2010 mit einem Mitangeklagten Gewinnspiele seines Senders Ostseewelle Hitradio MV manipuliert. Der 42-jährige Angeklagte hatte gestanden, zusammen mit einem Komplizen die Lösungen der Radio-Ratespiele oder den Zeitpunkt sogenannter Gewinnanrufe vorab an Bekannte verraten zu haben.

Wenn sie mit dem Moderator während dessen Sendung telefonierten, gewannen sie bis zu 10.000 Euro. Behalten konnten sie davon nur einen geringen Teil. Das meiste teilten sich der Moderator und ein 37-jähriger Mitangeklagter. Insgesamt „gewannen“ die beiden auf diese Weise 61.000 Euro.

Unter anderem wegen der Manipulation von Radio-Gewinnspielen hat das Landgericht Rostock den ehemaligen Moderator am Donnerstag zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. 

Der Radio-Mann, der zuletzt für den Sender Ostseewelle in Rostock gearbeitet hatte, wurde außerdem wegen betrügerischen Bankrotts verurteilt. Weil er mit 520.000 Euro verschuldet war, meldete er Privatinsolvenz an. Gleichzeitig ließ er sich jedoch zu einem geringen Gehalt von seiner jeweiligen festen Freundin anstellen. Als Strohfrau kassierte sie offiziell die hohen Honorare des Radiosenders, auf die die Gläubiger nicht zugreifen konnten.

In das Strafmaß floss auch eine Verurteilung zu drei Jahren und zwei Monaten Haft wegen Kindesmissbrauchs aus dem Jahr 2012 ein. Der Moderator hatte über mehrere Jahre Sex mit einem anfangs zwölf Jahre alten Mädchen. Der Mann hatte das Mädchen kennengelernt, nachdem es bei einem Radio-Gewinnspiel einen Besuch im Studio gewonnen hatte. Von dieser Strafe verbüßte er zwei Jahre und vier Monate bereits. Seinen Komplizen verurteilte das Gericht zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung. Die fingierten Gewinner wie auch zwei ehemalige Freundinnen waren bereits wegen Beihilfe zu geringen Bewährungsstrafen verurteilt worden.

afp

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