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Experten: Der Klimawandel geht weiter

Hamburg/Kiel Experten: Der Klimawandel geht weiter

Mehr Stürme, Hochwasser, Brände. Im Dezember tagt erstmals eine „Elbministerkonferenz“.

Hamburg. Großstädte, die überflutet werden, ganze Landstriche, die von Stürmen verwüstet sind, Felder, auf denen angesichts sengender Hitze nichts mehr gedeiht: Was uns aus Horrorszenarien auf der Kino-Leinwand bekannt ist, könnte nach Einschätzung von Klimaforschern schon bald eintreten. Auf der Extremwetterkonferenz in Hamburg erklärten Fachleute, die vorübergehend erlebte Stagnation der globalen Temperatur oder auch kalte Winter seien kein Grund zur Beruhigung.

„Der Klimawandel schreitet voran“, sagte Mojib Latif, Wissenschaftler vom Geomar-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. „Wir werden eine massive Erwärmung bekommen, wenn wir so weitermachen wie bisher.“ Zum Extremwetterkongress in Hamburg werden noch bis Freitag 80 Referenten und mehr als 3000 Teilnehmer zu Vorträgen und Workshops erwartet.

Stürme, Überschwemmungen, Waldbrände — die Zahl der Naturkatastrophen hat nach Daten des weltgrößten Rückversicherers Munich Re in den vergangenen 20 Jahren stark zugenommen. „Deutschland war in diesem Jahr im internationalen Vergleich ganz besonders betroffen“, sagte Peter Höppe.

„Wir haben an der Elbe das vierte Extremhochwasser binnen weniger Jahre erlebt“, spricht der Kieler Umweltminister Robert Habeck (Grüne) von großen Herausforderungen. Dabei gehe es natürlich um einen ausreichenden Hochwasserschutz für Lauenburg. Aber auch insgesamt müsse der Hochwasserschutz für die Elbe überregional auf neue Füße gestellt werden. „Wir brauchen zusätzliche Rückhaltebecken, durch Ausweitung der Flussräume, durch Schaffung von Poldern“, fordert der Minister. Das sei eine Mammutaufgabe, die angesichts des Klimawandels dringend nötig sei, aber Zeit koste. „Und es geht nur, wenn die Elbländer an einem Strang ziehen.“ Auf Initiative Schleswig-Holsteins soll Anfang Dezember erstmals eine „Elbministerkonferenz“ tagen.

Beim Küstenschutz baue Schleswig- Holstein jetzt „Klimadeiche“ — 50 Zentimeter höher als angesichts des heutigen Meeresspiegels erforderlich und kostengünstig erhöhbar. „Es ist damit zu rechnen, dass Schleswig-Holstein bei steigendem Meeresspiegel deutlich stärker von Sturmfluten bedroht wird“, erklärte Habeck. Curd Tönnemann

LN

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