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Norddeutschland Experten warnen: Kinder nicht bis vor die Schultür fahren
Nachrichten Norddeutschland Experten warnen: Kinder nicht bis vor die Schultür fahren
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22:44 03.09.2016
Noch etwas müde ist die sechsjährige Maira (l), die am 03.09.2016 an der Einschulungsfeier der Grundschule «Am Mühlenfließ» in Booßen, einem Ortsteil von Frankfurt (Oder) (Brandenburg), teil nimmt. Quelle: Patrick Pleul/dpa
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Lübeck/Kiel

„Wir haben häufig Beschwerden gehört, dass der Schulweg unsicher wird – gerade durch die sogenannten Elterntaxis“, berichtet Ingo Loeding, stellvertretender Landesvorsitzender des Kinderschutzbundes. Sie würden eine erhöhte Verkehrsbelastung bringen – und eine größere Gefährdung der Kinder. Nach Auskunft der Landesverkehrswacht sind 2015 zwei Kinder auf dem Weg zur Grundschule tödlich verunglückt – beide als Mitfahrer der Eltern. „Da kann man sich schon fragen, ob das Elterntaxi wirklich sicherer ist“, sagt Elisabeth Pier, Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht. Sie rät Eltern, Kinder in den ersten Tagen zu Fuß zu begleiten. Das Rad sollte später zum Einsatz kommen – nach der Fahrradprüfung in der 4. Klasse.

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Alle, die weiter entfernt wohnen oder morgens unter Zeitdruck sind, sollten an sicherer Stelle vor der Schule halten und das Kind die letzten 300 Meter allein gehen lassen, so Pier. So ließen sich unübersichtliche Situationen vor dem Schultor vermeiden. „Hektisch geparkte Autos erzeugen insbesondere für Kinder unübersichtliche Situationen“, sagte Claudia Neumann vom Deutschen Kinderhilfswerk. Sie appelliert gemeinsam mit dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) an Familien, ihre Kinder allein zur Schule gehen zu lassen. Nur so könne ein souveränes Verhalten im Straßenverkehr trainiert werden. Die Polizei empfiehlt, den Weg zur Schule mehrfach zu üben, „damit die Kinder Sicherheit gewinnen“, so Carola Aßmann, Sprecherin der Polizei Lübeck.

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Unterdessen hat Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) angekündigt, im kommenden Schuljahr zunächst 200 Lehrerstellen neu zu schaffen. Damit soll die Unterrichtsversorgung verbessert werden. „Unser Ziel ist 100 Prozent“, erklärte sie. Mit dem Schulbeginn am morgigen Montag gehen nach Jahren sinkender Einschulungszahlen erstmals wieder mehr Kinder an den Schulstart. Grund dafür ist auch der Zuzug vieler Flüchtlingskinder. Derzeit besuchen 12 055 Flüchtlingskinder Schleswig-Holsteins Schulen, 2015 waren es noch rund 5000. Die Zahl der Abc-Schützen liegt mit 23 000 deutlich über dem Vorjahr (plus 400).

Die Einschulung bedeutet gute Umsätze in Gastronomie und Handel. „Das ist ein Wirtschaftszweig, der nicht zu verachten ist“, sagt Monika Dürrer vom Einzelhandelsverband Nord. An der Erstausstattung für die Schulanfänger werde nicht gespart. Nach einer repräsentativen Studie des Online-Marktplatzes RetailMeNot.de geben deutsche Eltern zum Schulanfang mit Schultüte rund 220 Euro pro Kind aus. Im Schnitt schlägt jedes neue Schuljahr mit 140 Euro zu Buche, das sind rund zehn Euro mehr als im Vorjahr. Gekauft werden Bücher und Hefte, Bekleidung und Smartphones.

Von Julia Paulat

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