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Norddeutschland FSJ im Sport: Ohne Nadine läuft beim Training nichts
Nachrichten Norddeutschland FSJ im Sport: Ohne Nadine läuft beim Training nichts
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21:31 01.10.2014
Nadine Cordes (18) beim Badminton-Training. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Trittau

Nadine Cordes baut die Badmintonnetze in der Sporthalle des Gymnasiums Trittau auf. Gleich beginnt das Jugendtraining. Für den Turn- und Sportverein Trittau von 1899 ist die 18-Jährige eine große Hilfe, sie entlastet die Trainer und nimmt eine Vorbildfunktion für die Kinder ein. Sie ist keine normale Übungsleiterin: Nadine Cordes aus Neumünster macht seit September ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim TSV, wo sie selbst seit drei Jahren Mitglied ist.

Nadine spielt Badminton in der 2. Bundesliga Nord und trainiert Kinder in der Sportart. Ihr wurde der Freiwilligendienst vom Sportverein vorgeschlagen. „Das FSJ bringt Vorteile für mich und den Club“, sagt sie. Morgens sowie zwischendurch hilft sie im Büro des Vereins aus. „Die Büroarbeit ist trocken, aber okay“, sagt sie. Außerdem bekomme sie eine tolle Unterstützung vom Verein. Vor allem nachmittags leitet Nadine das Jugendtraining der sechsten bis achten Klasse — teilweise auch bei älteren Kindern.

„Dabei habe ich die große Chance, auch selbst zu trainieren“, erzählt Nadine. An Wochenenden spielt sie auf Turnieren und unterstützt zusätzlich den Verein. Das FSJ gibt Nadine nicht nur die Möglichkeit, ihr Hobby und die Arbeit zu vereinen, sondern bringt auch soziale Vorteile mit sich. „Man lernt viele Menschen unterschiedlichen Alters kennen — und den Umgang mit ihnen“, erzählt sie.

Außerdem seien die Seminare interessant und man werde eigenständig. Warum sie sich gerade für ein FSJ im Sport entschieden hat, beantwortet Nadine mit einem Lächeln im Gesicht: „Ich arbeite gerne mit Kindern.“ Es sei ein tolles Gefühl, wenn die Kinder mit einem strahlenden Lächeln auf sie zugerannt kämen. „Sie sind so niedlich und glücklich, sie bewundern einen.“

Nadines Trainer, Mads Hansen aus Hamburg, freut sich über Nadines soziales Engagement beim Verein, denn sie mache sehr gute Arbeit. Hansen glaubt, dass das FSJ eine gute Chance für die junge Sportlerin sei. „Sie lernt Verantwortung zu übernehmen, es ist ein guter Reifeprozess“, sagt er. Zudem passe das FSJ in Nadines Lebenslauf, es bereite gut auf einen Beruf im sozialen Bereich vor.

Paul Preus aus Neustadt macht seit 1. August ein FSJ bei der Ballspielgemeinschaft von 1971 Eutin. Er möchte nächstes Jahr zur Bundespolizei. „Das FSJ eignet sich dafür, Selbstbewusstsein zu bekommen und flexibel zu werden“, sagt der 19-Jährige. Außerdem sei es eine gute Möglichkeit, Zeit zu überbrücken. Paul spielt selbst Fußball und wollte immer schon als Trainer tätig sein, deswegen hat er sich für den Bereich Sport entschieden. Darüber hinaus lese das FSJ sich gut im Lebenslauf, meint er. Er arbeitet in der Geschäftsstelle mit und trainiert Kinder zwischen acht und zwölf Jahren in Fußball, Turnen und Akrobatik. Paul Preus arbeitet fast jeden Tag, denn er ist auch an den Wochenenden bei den Spielen der Kinder dabei. „Die Arbeit macht viel Spaß, ist aber auch anstrengend“, erzählt er. Alleine sei es manchmal schwer, denn man müsse sehr laut sein und sich durchsetzen.

Nadine und Paul sind zwei von 101 Jugendlichen in Schleswig-Holstein, die dieses Jahr einen Freiwilligendienst im Sport ableisten. Eine so hohe Anzahl gab es bisher noch nie, das FSJ und der Bundesfreiwilligendienst in einem Sportverein werden immer beliebter. Die Sportjugend Schleswig-Holstein freut sich darüber. Dietmar Rohlf, stellvertretender Vorsitzender: „Rückmeldungen zeigen uns, dass die Freiwilligendienste eine sinnvolle und prägende Zeit zur persönlichen Qualifizierung, Orientierung und Berufsfindung ermöglichen.“

Der Dienst im Überblick
Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) richtet sich an Menschen im Alter zwischen 16 und 26 Jahren. In der Regel dauert es zwölf Monate und beginnt zwischen Juli und Oktober. Die Teilnehmer haben mindestens 25 Seminartage. Als Vergütung erhalten sie ein Taschengeld, darüber hinaus kann ein Unterkunftszuschuss gewährt werden. Wer ein FSJ macht, erhält eine Sozialversicherung und kann sich das Freiwilligenjahr als Wartezeit für das Studium anrechnen lassen, oftmals wird es auch als Vorpraktikum anerkannt.
• Weitere Informationen und Hinweise zur Bewerbung gibt es auf www.fsj-schleswig-holstein.de
„Man lernt viele Menschen unterschiedlichen Alters kennen — und den Umgang mit ihnen.“
Nadine Cordes (18)

Daniela Herrmann

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