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Norddeutschland Facharzt-Vermittlung läuft nur langsam an
Nachrichten Norddeutschland Facharzt-Vermittlung läuft nur langsam an
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00:18 04.02.2016

362 eingegangene Anrufe, wovon 41 mit erfolgreichen Terminvereinbarungen endeten — so lautet die bisherige Bilanz der Termin-Servicestelle (TSS) der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH), die vor knapp zwei Wochen ihre Arbeit aufgenommen hat. Nach den Vorgaben der Bundesregierung soll sie Patienten einen Facharzttermin binnen vier Wochen vermitteln — bisher gibt es bei dem System jedoch offenbar noch Startschwierigkeiten. „100 der 362 Anrufer haben bereits bei der Bandansage aufgelegt“, sagt KVSH-Sprecher Marco Dethlefsen. „Entweder haben sich die Anrufer verwählt, wollten einfach nur einmal die Nummer ausprobieren oder konnten die Vorgaben nicht erfüllen.“ Denn Patienten, die von der Service-Stelle einen Termin beim Facharzt vermittelt bekommen wollen, brauchen eine Überweisung ihres Hausarztes und einen damit verbundenen Vermittlungscode, den sie beim Gespräch nennen müssen. Dieser ist immer erforderlich, außer es handelt sich um einen Terminwunsch bei einem Augenarzt oder einem Gynäkologen — in dem Fall ist keine Überweisung notwendig.

Von den 262 mit der Servicestelle zustande gekommenen Gesprächen konnten schließlich 127 der Anrufer die Vorgaben erfüllen. Dass davon 41 tatsächlich erfolgreich einen Facharzt-Termin vermittelt bekommen haben — also nur knapp zwölf Prozent der Anrufer —, liege laut Dethlefsen unter anderem daran, dass Spezialisten wie Psychotherapeuten oder Zahnärzte noch nicht über die Stelle vermittelt werden können. „Das wird etwa in einem Jahr möglich sein“, so der Sprecher. Insgesamt sei die Einführung aus Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung „reibungslos“

verlaufen. „Wenn das System etablierter ist, wird es sicherlich noch besser funktionieren.“

Die Fachärzte sind offenbar noch wenig mit der Termin-Servicestelle in Kontakt gekommen. Auf LN-Anfrage berichten die Mitarbeiterinnen mehrerer Facharztpraxen, dass sie noch keine Anfrage über das System hatten. „Wahrscheinlich wird sich die Sache im Sande verlaufen, weil sie nur einen größeren bürokratischen Aufwand darstellt“, sagt eine Mitarbeiterin. Auch der Lübecker Pneumologe Dr. Jens Becker kritisiert die TSS. „Das ist eine große Luftblase, die dem ursprünglichen System nicht hilft, das eigentlich schon so gut läuft“, sagt der Facharzt. Bisher sei es so, dass Hausärzte Notfälle direkt an die Fachärzte weitergeben — dieses Prozedere würde nun nur verkompliziert werden. Bei Fällen, die allerdings nicht akut sind, bestehe das Problem weiter, dass die Servicestellen auch nur den „Mangel an Terminen“ verwalten könnten.

Denn hier kommt das Problem zum Tragen, das auch schon die KVSH ansprach: Dass in manchen Regionen zu wenige Fachärzte vorhanden seien. Die Termin-Servicestelle ist montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie montags, dienstags und donnerstags von 13 bis 17 Uhr unter der Nummer 04551/

30 40 49 31 zu erreichen.

Lena Modrow

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