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Norddeutschland Fachkliniken sind für Patienten am besten
Nachrichten Norddeutschland Fachkliniken sind für Patienten am besten
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21:13 08.09.2016

Spezialisieren sich Krankenhäuser auf bestimmte Eingriffe, führt das zu weniger Todesfällen und Komplikationen bei planbaren Operationen.

Spezialisierung bei OPs senkt laut Studie das Risiko. Quelle: Kasper/dpa

Dort, wo Kooperationen sinnvoll sind, werden diese im Land auch praktiziert.“ Sozialministerin Kristin Alheit (SPD)

Gleichzeitig erhöhen sich die Anfahrtszeiten für Patienten im Schnitt nur um wenige Minuten, wenn nicht in jedem Krankenhaus das gleiche Angebot vorgehalten wird. Das ist das Ergebnis einer Bertelsmann-Studie, die gestern in Gütersloh vorgestellt wurde. So könnten im Jahr rund 140 Todesfälle bei Hüftoperationen vermieden werden, wenn diese Eingriffe nur von Häusern mit mehr Erfahrung gemacht würden.

Die Krankenhauslandschaft in Schleswig-Holstein habe bereits seit längerem diesen Weg eingeschlagen, sagt Gesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD) zu der Studie. „Dort wo Kooperationen und Konzentrationen sinnvoll sind wie bei planbaren Operationen, werden diese im Land auch praktiziert. Zugleich brauchen wir auch weiterhin kleine Krankenhäuser, die eine stationäre Versorgung in der Fläche sicherstellen. Das eine schließt das andere nicht aus“, sagte die Ministerin. Wichtig sei, dass die Netzwerkstrukturen auch zukünftig gestärkt würden, um eine sinnvolle Arbeitsteilung zu erzielen.

Die Berechnung in der Bertelsmann-Studie setzt mehr als 176 Operationen pro Jahr als Maßstab. In Deutschland wurden 2014 Hüftoperationen in 311 Kliniken vorgenommen, die weniger als 50 Eingriffe dieser Art verzeichneten. Bei Prostata-Entfernungen spricht die Studie von „gefährlich niedrigen Fallzahlen“. Von den 414 Kliniken, die diese Operation anbieten, nehmen 43 den Eingriff seltener als fünfmal im Jahr vor. Folge bei Fehlschlägen: Patienten drohen Impotenz und Inkontinenz.

Laut Studie erhöhte sich die durchschnittliche Anfahrtzeit für Patienten bei einer stärkeren Konzentration auf spezialisierte Kliniken nur um zwei bis fünf Minuten. „Den Bürgern muss bewusst werden, dass sie bei planbaren Operationen in Fachabteilungen mit vielen Fällen und viel Erfahrung die bessere Versorgung bekommen“, sagt Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. „Vor allem in Ballungsräumen mit hoher Klinikdichte können Patienten die höhere Qualität durch Spezialisierung quasi ohne Fahrzeitenverlängerung bekommen.“ Das gelte natürlich nicht für eher ländliche Gebiete, schränkt Studienautor Jan Böcken ein. Stärkere Spezialisierung führe aber nicht zwangsläufig zu einem Kliniksterben. Zwar werde sich die Zahl der Fachabteilungen, die operieren, verringern. Durch Kooperationen könnten Leistungen aber effizienter erbracht werden. Auch die Grund- und Notfallversorgung sei nicht betroffen, wenn die Spezialisierung auf planbare Eingriffe beschränkt werde.

Als gelungene Beispiele in Schleswig-Holstein nennt Ministerin Alheit etwa Schlaganfall- und onkologische Netzwerke. Beispiele für gelungene Konzentrationen seien der Zusammenschluss der beiden Flensburger Kliniken, die Schließung der Klinik Ahrensburg und die Konzentration der Geburtshilfe in Nordfriesland. Mit dem „Zukunftsmodell Brunsbüttel“ gehe man einen „innovativen Weg“, so Alheit.

Teile der Versorgung erfolgen künftig auch in Heide. cri

LN

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