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Norddeutschland Fahrverbot in Kiel?
Nachrichten Norddeutschland Fahrverbot in Kiel?
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20:10 09.11.2017
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Kiel/Berlin

Die Deutsche Umwelthilfe kündigte gestern an, bis Ende November in Schleswig Klage gegen das Land Schleswig-Holstein einzureichen wegen der weiterhin zu hohen Luftbelastung in Kiel. Der zulässige Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid (NO2) pro Kubikmeter Außenluft (µg/m3) werde in Kiel, Hannover (Niedersachsen) und Halle (Sachsen-Anhalt) im Jahresdurchschnitt schon länger deutlich überschritten. Kiel stehe mit einem Wert von 65 µg/m3

auf Platz vier der schmutzigsten Städte Deutschlands.

Das Umweltministerium bleibt gelassen. Ein allgemeines Fahrverbot in Kiel werde sich vermeiden lasse, sagte Umwelt-Staatssekretär Tobias Goldschmidt. Ziel sei es, im ersten Quartal 2018 einen Luftreinhalteplan vorzulegen für den bisher besonders belasteten Theodor-Heuss- Ring. Ohne Eingriffe in den Verkehr werde es allerdings nicht gehen.

Auch Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) ist zuversichtlich.

Entsetzt reagierte dagegen das Handwerk in Schleswig-Holstein auf die Ankündigung der Deutschen Umwelthilfe. Präsident Thorsten Freiberg klagte: „Das würde ein Berufsverbot für Tausende Handwerker bedeuten.“ Gerade Diesel-Fahrzeuge stoßen einen hohen Anteil an Stickoxid aus. Landtagsparlamentarier Dennys Bornhöft (FDP) sagte, die Deutsche Umwelthilfe stelle sich gegen Zehntausende Pendler.

Mit Spannung erwarten Umweltverbände und Kommunen die für Februar angekündigte richtungsweisende Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts.

In Lübeck war laut Umweltbundesamt 2016 ein Jahresmittelwert von 29 Mikrogramm NO2 an der Moislinger Allee und von 14 Mikrogramm in St. Jürgen ermittelt worden. Der Grenzwert wurde damit unterschritten. ctö

LN

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