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Norddeutschland Fehmarnbelt-Tunnel: Verträge unterzeichnet
Nachrichten Norddeutschland Fehmarnbelt-Tunnel: Verträge unterzeichnet
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12:14 31.05.2016
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Paris/Kopenhagen

Das Konsortium Femern Link Contractors unterzeichnete mit der dänischen Regierung Verträge für drei Bereiche, wie das zum Konsortium zählende französische Unternehmen Vinci gestern mitteilte. Die Unterzeichnung war ursprünglich schon für den 13. Mai geplant gewesen, dann aber aufgrund von Klagen einiger beteiligter Firmen kurzfristig verschoben worden.

Zu dem mit dem Bau beauftragten Konsortium gehören auch die deutschen Unternehmen Wayss und Freytag Ingenieurbau AG sowie Max Bögl Stiftung und Co. KG. Bei den jetzt unterzeichneten Verträgen geht es unter anderem um die Herstellung der Bauteile und den Bau der Zufahrtswege.

Der Straßen- und Eisenbahntunnel unter der Ostsee ist mit einer Länge von 18 Kilometern eines der größten Infrastrukturprojekte in Europa. Er wäre der größte Unterwassertunnel für den Schienen- und Straßenverkehr weltweit. Für den Bau wurden insgesamt sieben Milliarden Euro veranschlagt.

Der Tunnel soll die schleswig-holsteinische Ostseeinsel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden. Die Tunnelstrecke soll mit dem Auto in zehn Minuten und mit dem Zug in sieben Minuten zurückgelegt werden können. Die Zugfahrt von Hamburg nach Kopenhagen würde sich von viereinhalb Stunden auf zweieinhalb Stunden verkürzen.

Bevor die Bauarbeiten beginnen können, gibt es allerdings noch juristische Hürden zu überwinden. Nachdem das dänische Parlament im Mai seine Zustimmung gegeben hat, steht noch das Votum des Deutschen Bundestags aus. Es müssen aber auch die Ergebnisse von Gerichtsverfahren abgewartet werden, die sich mit Klagen gegen das Projekt befassen. Das könnte Jahre dauern. Dänemarks Verkehrsminister Hans-Christian Schmidt hatte im Dezember gesagt, er rechne mit einem Baustart „frühestens 2019“.

Möglicherweise könne der Tunnel dann 2027 in Betrieb genommen werden. Die Verträge mit den ausgewählten Bauunternehmen sind bis 2019 gültig, können dann aber neu ausgehandelt werden. In Dänemark hat das Projekt deutlich mehr Unterstützung als in Deutschland, wo vor allem Umweltschützer dagegen mobil machen.

LN

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