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Norddeutschland Dänen werben um deutsche Ingenieure
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18:00 11.09.2018
Die Computergrafik zeigt die Einfahrt des Tunnels auf dänischer Seite. Quelle: dpa
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Kopenhagen/Puttgarden

Wenn die Bauarbeiten für den längsten Absenktunnel der Welt in wenigen Jahren am Fehmarnbelt beginnen, sollen Ingenieure und andere Fachkräfte aus Deutschland nicht fehlen. Für sie sei der Tunnelbau „eine Riesenchance“, sagt Henrik Hartmann, Personalchef beim dänischen Bauherren Femern A/S. „Wir wollen die Besten nach Dänemark holen.“

Dieses weltweit einzigartige Projekt ziehe viele Hochqualifizierte auch aus anderen Ländern an, sagt Hartmann. „Deutsche Ingenieure können beim Bau des Fehmarnbelttunnels Geschichte schreiben“, wirbt der Personalchef vollmundig um Personal aus dem Nachbarstaat. Es sei eine Riesenchance, an so einem großen Projekt mitzuarbeiten. „Es ist enorm wichtig für uns, deutsche Ingenieure mit ihrem Fachwissen an Bord zu haben.“

Wenn die Bauarbeiten erst in Gang sind, würden bei den beteiligten Baukonsortien rund 3000 Menschen auf der Baustelle im dänischen Rødbyhavn auf Lolland beschäftigt sein. Noch einmal so viele werden nach Schätzungen von Femern A/S für Subunternehmen tätig sein. „Dazu könnten auch kleine und mittelständische Betriebe aus Deutschland zählen“, sagt Hartmann. 500 Ausbildungsplätze sollen entstehen.

Interessierte Fachkräfte können sich ab Mittwoch beim Deutschen Straßen- und Verkehrskongress in Erfurt am Stand des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV) Schleswig-Holstein über den Fehmarnbelttunnel informieren. Auch LBV-Direktor Torsten Conradt „trommelt“ für Bewerbungen von Ingenieuren. „Ob Absolventen, Wechsler aus der Wirtschaft oder Wiedereinsteiger – der LBV bietet jedem das richtige Modell an.“ Es warteten spannende Aufgaben: vom Planen und Bauen bis zum Betreiben und Unterhalten von Straßen und Brücken.

Unterdessen fiebern die Dänen im Hinterland des Fehmarnbelttunnels dem ersten Spatenstich für die Storstrøm-Brücke am 27. September entgegen. Die vier Kilometer lange Querung, die Seeland und Falster über die Insel Masnedø verbinden wird, soll 2022 für den Autoverkehr und 2023 für den Bahnverkehr geöffnet werden. Nach den Bauwerken über den Øresund und den Großen Belt wird die die Storstrøm-Brücke die drittgrößte Dänemarks.

Auf deutscher Seite ist der Planfeststellungsbeschluss für den Belttunnel – das entspricht der Baureife – der nächste Schritt. Das Kieler Verkehrsministerium rechnet damit nach mehrmaligen Verzögerungen aufgrund vieler Einwände Betroffener noch in diesem Jahr. Danach wird das Milliardenprojekt höchstwahrscheinlich vor Gericht beklagt. Dadurch wird der Tunnelbau frühestens 2020 starten. Der 17,6 Kilometer lange Ostseetunnel soll zwei elektrifizierte Bahngleise und vier Fahrbahnen aufnehmen.

Curd Tönnemann

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