Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Feinschliff für größte Segel-Yacht der Welt
Nachrichten Norddeutschland Feinschliff für größte Segel-Yacht der Welt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:08 15.09.2016
Die drei silbernen Masten der „Sailing Yacht A“ gehören seit Monaten zu den Wahrzeichen des Kieler Hafens. Quelle: dpa/Archiv
Anzeige
Kiel

Die drei silbernen Masten der „Sailing Yacht A“ gehören seit Monaten zu den Wahrzeichen des Kieler Hafens. Dort bereiten Schiffbauer der Rendsburger Superyacht-Werft Nobiskrug mit ihren Kollegen der Schwesterwerft German Naval Yards die größte Segel-Yacht der Welt auf ihre Erprobung in der Ostsee vor. Nach dpa-Informationen wird das knapp 143 Meter lange Schiff der Superlative am Freitag kurzzeitig das Dock verlassen. Im Hafen wird es gedreht, aber zunächst wieder ins Dock zurück geschoben.

Der Flensburger Schiffbauexperten Holger Watter verfolgt die Entwicklung mit Interesse. „Ein Schiff ist ein hochkomplexes System. Es schwimmt auf dem Wasser und lebt in gewisser Weise auch auf dem Wasser“, sagte der Vorstand des maritimen Clusters Norddeutschland der Deutschen Presse-Agentur. Für eine erste Probefahrt war das Segelschiff vor einem Jahr - im September 2015 - zu Wasser gelassen worden.

Bei dieser ersten Probefahrt sei es erfahrungsgemäß vor allem um die Dichtigkeit des „hoch komplexen Schiffes“, gegangen, sagte Watter. „Am Ende kommt der Schiffbauer lieber noch einmal genau hin, ob auch alles dicht ist.“

„Jetzt steht im Dock eine zweite Kontrolle an“, sagte Watter. Er geht davon aus, dass in den kommenden Tagen nun mit beauftragten Firmen die Abnahme einzelner Komponenten im Dock erfolgt. „Mindestens die Hälfte der Punkte, die bei einem solchen Neubau untersucht werden müssen, können im Dock überprüft werden.“ So wolle die Werft verhindern, dass es hinterher bei der Probefahrt „bösen Überraschungen“ gibt. Denn die sei logistisch ein riesiger Aufwand. „Die Werftprobefahrt selbst wird dann zwei, drei Tage dauern.“

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur steht der genaue Termin für diesen Stresstest auf See für die „Sailing Yacht A“ noch nicht fest. Wie ein Sprecher bestätigte, bereite sich die Werft seit Donnerstagmorgen auf das Fluten des Dock 8 vor. Dies sei ein ganz normaler, betriebsbedingter Vorgang, der auch dazu diene, ein in Reparatur befindliches Schleusentor auf das Ausdocken vorzubereiten. Zu diesem Zweck müsse auch die „Sailing Yacht A“ aufschwimmen und zeitweise ihren Platz im Dock verlassen. Zu möglichen Probefahrten in den nächsten Tagen äußerte sich die Werft auf Nachfrage nicht.

Als Auftraggeber des keilförmigen Dreimasters mit futuristischem Design gilt der Milliardär Andrej Melnitschenko. Der Russe hatte sich Ende August persönlich vom Baufortschritt erkundigt. Bereits seit mehr als vier Jahren baut die Rendsburger Werft Nobiskrug in Kiel für ihn ein Schiff der Superlative. Das Schiff ist laut der Zeitschrift „Boat International“ gut 142 Meter lang, knapp 25 Meter breit und verfügt später über eine Crew aus bis 54 Männern und Frauen. Besonderheit: Eine Unterwasser-Panorama-Lounge.

Der Neubau ist deutlich größer als der mit 117 Metern Länge größte „Windjammer“ der Welt, die „Sedov“ aus Russland. Die Masten des Neubaus sind etwa 90 Meter hoch. Zum Vergleich: Der Großmast des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ bringt es auf rund 45 Meter.

Und was kostet ein derartiges Schmuckstück? Offizielle Angaben dazu gibt es zwar nicht. Der Preis dürfte aber im deutlich dreistelligen Bereich liegen. „Aber als Faustregel gilt bei Yachten: Sie kosten mindestens eine Million Euro pro Meter“, sagt Schiffsexperte Watter. Das könne allerdings leicht mehr werden.

Watter verweist auf die vollautomatischen Segel des Neubaus. „Das ist schon Spitzentechnologie.“ Hinzu kommt:  Meist müssten die Schiffe auf tropische Temperaturen wie auch auf kältere Umgebungen ausgelegt sein. „Im Bereich der Mega-Yachten haben die Eigner extreme Wünsche.“ Das trifft offenbar auch auf die Kieler Yacht zu. Sie verfügt laut dem Magazin über Garagen für vier Beiboote und ein U-Boot.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Überraschung, heute wird es wieder warm! Bei lauschigen 26 Grad kümmern wir uns heute um ein neues Mehrwegsystem in der Strandgastronomie und um Menschen, die bei diesem Wetter schon einen Weihnachtsbaum suchen.

15.09.2016

Neuer Prozess um tote „Gorch-Fock“-Kadettin in Münster gestartet.

15.09.2016

Prozess um missbrauchte Kinder in Kiel – „Gefahr für Allgemeinheit“.

14.09.2016
Anzeige