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Norddeutschland Femern A/S will das Image aufpolieren
Nachrichten Norddeutschland Femern A/S will das Image aufpolieren
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19:12 26.12.2017
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Kopenhagen/Lübeck

Die ersten, die es zu sehen bekommen, sind die Fehmaraner: Auf der ostholsteinischen Insel, wo der Widerstand gegen den geplanten Belttunnel anhält, plakatiert Femern A/S auf zwei Stellwänden großflächig. Gleichzeitig verbreiten die Dänen ihre Kampagne über Anzeigen in Tageszeitungen. „Zusammen wachsen: Für Chancen“ lautet der Slogan, wobei die ersten beiden Wörter des Slogans bewusst getrennt geschrieben bleiben. Gesicht der Kampagne ist die 19-jährige Timmendorferin Imme Fleur, Logistik-Studentin in Hamburg. „Unsere lokale Stimme“, sagt Projektdirektor Ajs Dam. Die junge Frau sei kein Model, sondern eine ernsthafte Unterstützerin des Projekts. Die Tunnelkritiker der „Beltretter“ hatten ihrer Kampagne mit der gleichaltrigen Malin Binding von Fehmarn vor einem Jahr ein Gesicht gegeben. Als Konter darauf will Dam die neue Kampagne aber nicht verstanden wissen.

Die Tunnelplaner von Femern A/S gehen auf deutschem Boden in die Offensive: Mit einer neuen Kampagne und einem neuen Botschafter für die deutsch-dänische Kommunikation streben sie nach einem positiveren Image zwischen Lübeck und Puttgarden.

Die Dänen wollen nach eigenen Worten stärker als bisher herausstreichen, wie Ostholstein vom Tunnel zwischen Rødbyhavn und Puttgarden profitieren kann. „Durch den Tunnel wächst die Region am Belt zusammen. Bereits heute arbeiten Bürger, Initiativen und Unternehmen konkret an ihrer Zukunft“, sagt Dam. Die Kampagne sei der nächste logische Schritt, nachdem die Dänen die 12600 Einwendungen von Kritikern abgearbeitet haben. Im nächsten Sommer will die Kieler Landesregierung den Planfeststellungsbeschluss verkünden. Das wäre die Baureife des Projekts. Die Dänen setzen auf Einhaltung dieses Datums, auch weil es derzeit sehr lukrativ ist, sich Geld zu leihen. Der dänische Staat streckt die Ausgaben für den Tunnel vor. Durch die günstige Zinslage habe sich die Amortisierung des Tunnels von vormals kalkulierten 36 auf 33 Jahre reduziert, berichtet Dam. Sorgen, dass ein noch weiter verzögerter Baubeginn des Tunnels EU-Gelder gefährdet, teilt Dam nicht. Ein „Agreement“

zwischen Dänemark und EU lasse zugesagtes Fördergeld auf jeden Fall fließen.

Mit dem aus Nordschleswig stammenden Lars Friis Cornett (40) setzt Femern A/S erstmals einen Deutschland-Direktor ein. Er sei „zur weiteren Verstärkung der Aktivitäten in den kommenden Projektphasen des Fehmarnbelttunnels“ angestellt worden, solle eine Art Botschafter werden. Was Cornett nicht schwerfallen dürfte: Er war fast zehn Jahre lang an der dänischen Botschaft in Berlin tätig, zuletzt als leitender Mitarbeiter in der Wirtschaftsabteilung.

Ein letzter Versuch von Femern A/S, die Stimmung auf Fehmarn zugunsten des Tunnels zu verbessern, war fehlgeschlagen: Ein fertig auf dem Tisch liegendes „Memorandum of Understanding“ war in der Stadtvertretung Fehmarns Mitte Dezember an einem Stimmen-Patt gescheitert. Die Dänen wollten sich damit finanziell unter anderem am Ausbau von Anschlussstraßen im Bereich der künftigen Querung beteiligen. Die Fehmaraner Kommunalpolitiker schlugen das Geld aus. Femern A/S bedauert das. Man gehe aber davon aus, dass das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen sei, sagt Dam.

Von Curd Tönnemann

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