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Norddeutschland Fernbusse drängen in Kleinstädte
Nachrichten Norddeutschland Fernbusse drängen in Kleinstädte
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00:35 24.12.2015
Ein Fernbus am Lübecker Bahnhof: Auch in der Hansestadt gibt es viele Fahrgäste, die die Alternative zur Bahn nutzen. Quelle: Lutz Roeßler
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Berlin

Mit ihrem Zusammenschluss MeinFernbus/Flixbus zu Jahresbeginn haben die beiden Anbieter die Machtverhältnisse auf dem boomenden deutschen Fernbusmarkt geklärt: Sie dominieren die Autobahnen — und zunehmend auch die Kreis- und Landesstraßen. „In Deutschland geht es jetzt darum, kluge Märkte zu finden“, sagt André Schwämmlein, dem das Busunternehmen gehört. „Das heißt für uns Verkehr in Mittelstädte, teilweise auch kleinere Städte mit 20000, 30000 Einwohnern.“ Denn wer in Deutschland mit Fernbussen noch wachsen will, muss sich inzwischen etwas einfallen lassen. „Wir haben in den vergangenen beiden Jahren die Fahrgastzahl zwei Mal verdoppelt, bis auf 16 Millionen 2014. In diesem Jahr wird die Zahl um die 20 Millionen liegen“, sagt Christiane Leonard, die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer. Das heißt: Der Markt ist im dritten Jahr nach der Liberalisierung 2013 deutlich langsamer gewachsen.

Für die Kunden bedeutet das: Auch die allergrößten Preisschlachten sind wohl geschlagen. „Im laufenden Jahr sind die Preise langsam angestiegen, das ist für die Betreiber auch durchaus sinnvoll“, sagt Leonard. Dass es deutlich teurer wird, müssen Fahrgäste aber nicht fürchten. „Der Kunde definiert den Preis“, sagt Schwämmlein. Der Wettbewerb bleibe intensiv. Dass die Bahn in diesem Jahr Hunderttausende Fahrscheine für 19 Euro unters Volk warf, ärgert die Fernbusanbieter. Und so lange Sprit so günstig ist, müssen Busse günstig sein, um mehr Menschen aus den Autos zu locken.

Vor allem mittelgroße und kleine Städte gingen sehr offen auf die Unternehmen zu, sagt Leonard. Dorthin führten zuletzt immer mehr neue Linien abseits der großen Strecken. Berlin Linien Bus, der Fernbus-Ableger der Deutschen Bahn, will sein Linienangebot bis Ende 2016 vervierfachen. Die Bahn ist auch mit der Marke IC Bus unterwegs und betreibt unterm Strich jeden zehnten Fernbus-Kilometer in Deutschland. „Es gibt noch viele weiße Flecken“, betont Schwämmlein. Bis zum Herbst stieg die Zahl der Fernbuslinien binnen Jahresfrist um ein Drittel auf 326.

LN

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