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Norddeutschland Feuer und Unwetter: Alarm kommt jetzt per Smartphone
Nachrichten Norddeutschland Feuer und Unwetter: Alarm kommt jetzt per Smartphone
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20:37 03.03.2018
Wer sich die Warn-App Nina herunterladen möchte, braucht ein Smartphone mit dem Betriebssystemen iOS oder Android. Die App ist kostenlos.
Lübeck

Das Handy summt, eine Nachricht ploppt auf: „Achtung, dies ist eine Gefahreninformation.“ Die Menschen im Norden können ab sofort genau so über Hochwasser, Großbrände und schwere Verkehrsunfälle informiert werden. Möglich macht das die Warn-App „Nina“ (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) des BBK in Bonn. Die Meldungen erhält „Nina“ direkt von den regionalen Leitstellen der Feuerwehren und Rettungsdienste.

So wie am vergangenen Dienstag, als ein schwerer Unfall die A 24 in Höhe Talkau im Kreis Herzogtum Lauenburg blockierte. Kai Lichte, Leiter der Leitstelle in Bad Oldesloe, setzte per App eine Gefahreninformation an die Bevölkerung ab. Wichtig war, dass nicht noch mehr Fahrzeuge die Unfallstelle blockierten und die Rettungskräfte freie Fahrt hatten. Mit dem ersten App-Einsatz ist Lichte zufrieden: „Der Verkehrsfluss war besser, als es normalerweise bei ähnlichen Situationen der Fall ist.“ Eine abschließende Bilanz will Lichte aber noch nicht ziehen.

Technischer Ausgangspunkt für Warn-Apps wie „Nina“ ist das modulare Warnsystem (Mowas) des BBK. Bisher wurden darüber nur Meldungen von Bundes- oder Landesebene versendet. Seit 2017 hat Schleswig-Holstein aber auch regionale Leitstellen wie in Bad Oldesloe entsprechend technisch ausgestattet. Insgesamt sieben Standorte, darunter auch Neumünster und Lübeck, sollen ab April den Norden auf regionaler Ebene komplett abdecken.

Der Vorteil sei, dass die Leitstellen kurzfristig auf regionale Gefahren aufmerksam machen können. Für den Kieler Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) ist das digitale Warnsystem in Zeiten, in denen fast jeder Schleswig-Holsteiner ein Smartphone besitzt, sehr hilfreich: „Ich bin froh, dass unsere zuständigen Behörden bundesweit führend beim Einsatz der neuen digitalen Warnsysteme sind.“ Neben Schleswig-Holstein haben bisher Nordrhein-Westfalen und Brandenburg die regionalen Mowas-Stationen installiert.

Deutschlandweit nutzen bereits rund 2,8 Millionen Menschen die Warn-App „Nina“. Warn-Apps wie „Nina“ oder auch „Katwarn“ vom Frauenhofer-Institut stehen aber auch immer wieder in der Kritik: Zu häufig werde Alarm gegeben, wenn die App nicht richtig eingestellt ist. Beispielsweise erhielten Nutzer in Köln Warnungen zu einer Bombenentschärfung in München. Daher ist es wichtig, dass Nutzer ihre Ortseinstellungen überprüfen, sagt Kai Lichte. „Wenn ich im Kreis Stormarn lebe, sollte ich auch nur diesen Kreis hinzufügen.“ Da auch der Deutsche Wetterdienst seine Warnungen in die Apps sendet, kann das Handy sonst den ganzen Tag summen und vor regionalen Unwettern warnen.

Kostenlose App

So geht’s: Wer sich die Warn-App Nina herunterladen möchte, braucht ein Smartphone mit dem Betriebssystemen iOS oder Android. Die App ist kostenlos. Für andere Betriebssysteme gibt es im Internet auch eine Website, die für die mobile Nutzung optimiert wurde: www.warnung.bund.de

Von Saskia Hassink

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