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Norddeutschland Feuerwehr warnt: Vorsicht mit Böllern und Raketen!
Nachrichten Norddeutschland Feuerwehr warnt: Vorsicht mit Böllern und Raketen!
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21:33 28.12.2017
Am Silvesterabend werden es viele Menschen in Lübeck und Umgebung wieder so richtig krachen lassen.  Quelle: Caroline Seidel/dpa
Lübeck

„Wir haben am 31. alle Fahrzeuge besetzt“, sagt Matthias Schäfer, Sprecher der Lübecker Feuerwehr. Weitere Kollegen befänden sich in Rufbereitschaft. Die Stadtreinigung ergreife Vorsichtmaßnahmen, leere etwa alle Papiercontainer, damit sie nicht durch Böller in Brand geraten. „Seid vorsichtig beim Umgang mit Feuerwerk“, mahnt Schäfer die Feiernden.

Der Vorverkauf läuft

Der Norden deckt sich beim Vorverkauf mit Böllern und Raketen ein. In Lübeck  wollen die Menschen Feuerwerk, das schön aussieht und nicht so knallt. Im Lauenburgischen  sind Batterien der Renner. Auch in Reinfeld (Kreis Stormarn) war der Andrang groß – wie in den vergangenen Jahren. In Bad Segeberg gab's für die Kunden eines Baumarkts eine kleine Probe-Knallerei. 

Hier lesen Sie, wo Sie in Ostholstein Silvester feiern können.

Dem kann sich Dr. Sebastian Wolfrum, Leiter der Notaufnahme im Uniklinikum UKSH, nur anschließen. Auf ein Patienten-Plus von 20 Prozent richte man sich dort in der Silvesternacht ein. Es seien vor allem junge Männer zwischen 16 und 25, die mit Brandwunden und „Aufreißungen“ der Hand durch Böller und Raketen zu ihm kämen. Oft habe zu viel Alkohol sie unvorsichtig gemacht.

Die schweren Fälle, durch verbotene Böller oder selbstgebaute Knallkörper mit zu viel Sprengkraft verursacht, werden gleich zu Dr. Felix Stang in die plastische Chirurgie weitergereicht. „Ein solcher Fall ist Silvester ist immer dabei“, sagt Stang und warnt: Einem jungen Patienten habe danach auch schon mal die ganze Hand abgenommen werden müssen. Die Leute sollten nur TÜV-zertifiziertes Feuerwerk kaufen. Mit dem seien derart schwere Verletzungen kaum zu schaffen.

Und böllert man als Arzt nach solchen Erfahrungen selber noch? Ja, sagt Wolfrum. Aber Böller würde er niemals in der Hand anzünden, sondern immer auf den Boden legen. Eltern rät er zu einem Aufklärungsgespräch mit ihren Kindern – man wisse ja selber noch, wie man als Jugendlicher so war. Er selber starte das Feuerwerk dann immer mit seinem Sohn gemeinsam.

„Wer sein Feuerwerk bei uns im Einzelhandel kauft, darf davon ausgehen, dass es ein CE-Zeichen hat und geprüft ist“, sagt Dierk Böckenholt vom Handelsverband Nord. Das Verkaufspersonal sei geschult. Auch Rena Bretsch, Sprecherin der Polizei in Ratzeburg, rät dringend dazu, aufs CE-Zeichen zu achten. Verbotene Böller zu zünden oder zu basteln, sei eine Straftat. Und: „Die Leute sollen ja gerne feiern. Aber wer noch böllern will, sollte sich wegen der Unfallgefahr beim Alkohol zurückhalten.“

Nur an zwei Tagen

Feuerwerkskörper wie Raketen, Böller und Fontänen dürfen nur am 31. Dezember und 1. Januar von Personen ab 18 Jahren gezündet werden. Generell verboten ist es in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern. Bei Raketen müssen dann 200 Meter Abstand eingehalten werden, sonst 30 Meter.

Wer vor dem 31. Dezember oder nach dem 1. Januar beim Böllern erwischt werde, dessen Feuerwerk werde einkassiert. Und rund um Krankenhäuser, Kinder- und Altenheime, Reetdach- und Fachwerkhäuser sei Feuerwerk generell verboten. Dass man etwa in der Nähe von Tieren nicht böllere, gebiete ja schon der gesunde Menschenverstand.

Uwe Mooshage vom Verband für Gebrauchshundesport rät Hundebesitzern dennoch, mit ihren Vierbeinern am Silvesterabend ab 22 Uhr im Haus zu bleiben. Beim Lübecker Reitverein trifft man sich um diese Zeit zur Nachtwache im Stall, sagt Vorstandsmitglied Claudia Andreas. Man könne nie ausschließen, dass Feuerwerk aus der nahen Wohngegend herüber fliege. Und schon der flackernde Schein der Raketen beunruhige einige Pferde in ihren Boxen sehr. Man schließe daher Fenster und Türen und lasse den Pferden das Licht an. Und bei Bedarf gebe es für sie dann auch gleich Leckerlis und beruhigende Worte.

Von Wolfram Hammer

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