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Norddeutschland Fischer filmt Delfin vor Boltenhagen
Nachrichten Norddeutschland Fischer filmt Delfin vor Boltenhagen
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19:05 22.12.2018
Fischer Paul Zipolt hat diesen Delfin in der Ostsee vor Boltenhagen gefilmt. Quelle: Screenshot
Boltenhagen

Diese Begegnung wird Paul Zipolt nicht mehr so schnell vergessen, sagte der Fischer, nachdem er in der Ostsee vor Boltenhagen einen Delfin gesehen hatte. Am Freitagmorgen war er auf dem Weg zu seinen Netzen in der Ostsee, als er vor dem Boot im Wasser einen Tümmler entdeckte. „Ich rannte sofort los, um mein Handy für eine Aufnahme zu holen“, sagte Zipolt.

Und als er wieder zurück an Deck war, zeigte der Delfin sein ganzes Können: „Er sprang aus dem Wasser, machte Kunststücke und legte sich auf die Seite“, berichtete der Fischer. „Ich weiß nicht, ob ich mir das einbilde: Aber es sah so aus, als guckte er mich dabei an.“ Und dann verschwand der Tümmler wieder, so plötzlich, wie er aufgetaucht war – nur um eine halbe Stunde später wieder das Fischerboot zu begleiten.

Auch am Sonnabend hat ihn Zipolt wieder in der Nähe seines Schiffes beobachten können. „Ich schätze, dass er etwa 300 bis 350 Kilogramm schwer ist“, sagte Zipolt. „Ich weiß ja, dass Tümmler groß werden, aber dass es so riesige Tiere sind, damit hätte ich überhaupt nicht gerechnet. Diese Begegnung werde ich so schnell nicht mehr vergessen.“

Experte: „Delfine sind selten in Ostsee

Harald Benke, Chef des MeeresmuseumsStralsund, bezeichnet die Sichtung des Delfins als äußerst interessant. „Delfine sind sehr selten in der Ostsee, haben hier eigentlich nichts zu suchen. Ihr nächster natürlicher Lebensraum ist die Nordsee“, sagt der Meeresbiologe.

Allerdings könne es vorkommen, dass sich Tiere hierher verirrten, weil sie Fischschwärmen hinterherjagen oder es sich einfach um besonders neugierige Exemplare handele.

Ein Fischer hat am Montagnachmittag vor der Ostseeinsel Fehmarn einen Delfin gesichtet. Der Meeressäuger begleitete den Kutter mit dem Namen "Tümmler" rund zwei Stunden lang.

Tümmler wohl bereits vor Fehmarn gesichtet

Benke geht davon aus, dass es sich bei dem nun entdeckten Delfin um einen großen Tümmler handelt, der vor wenigen Tagen bereits vor Fehmarn gesichtet worden war: „Er macht einen kräftigen Eindruck und ist etwa 2,5 Meter lang“, schätzt der Experte ein. Vermutlich sei er über das Kattegat gekommen.

Eine Gefahr bestehe für das Tier in der Ostsee nicht: „Er hat hier genug zu fressen und auch kein Problem mit dem Kontakt zu Menschen.“ So begleitete das Tier ja auch über lange Zeit das Boot des Fischers vor Westmecklenburg. Allerdings sollte vermieden werden, den Delfin zu stressen, wenn er keinen Kontakt suche.

Der Chef des Meeresmuseum bittet darum, weitere Sichtungen des Tümmlers seiner Behörde zu melden. Dafür gebe es eine eigene App des Meeresmuseums mit dem Namen Sichtungen, ebenso sind Meldungen unter der Homepage der Einrichtung möglich. Benke: „Diese Informationen sind für uns sehr wichtig, um die Wanderungsbewegungen der Delfine nachvollziehen und dokumentieren zu können.“

Immer wieder Besuch von Delfinen

Große Tümmler leben normalerweise in Verbänden in der Nordsee und im Atlantik. Doch Delfine sind immer wieder zu Gast an der Ostseeküste, meist weil sie auf der Suche nach Nahrung sind. Zuletzt hatte ein Fischer am Montagnachmittag rund 18 Kilometer südlich von Fehmarn einen Delfin gesichtet. Der Meeressäuger begleitete den Kutter mit dem Namen "Tümmler" rund zwei Stunden lang.

Auch im Juli 2018 war ein Delfin auf Stippvisite in der Lübecker Bucht vor Travemünde. Nach Angaben des Deutschen Meeresmuseums Stralsund ist der Große Tümmler in den vergangenen Jahren regelmäßig in die deutsche und dänische Ostsee zu Besuch gekommen.

2016 hatten sich in der Ostsee insgesamt drei Delfine gezeigt, die auf die Namen „Selfie“, „Delfi“ (sie kamen als Paar) und „Freddy“ getauft wurden. Sie waren sehr kontaktfreudig. „Freddy“ schwamm im Sommer sogar einige Strecken gemeinsam mit Menschen.

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Ein Delfin ist in der Lübecker Bucht aufgetaucht. Ein großer Moment für alle, die ihn gesehen haben. Denn die Tiere sind faszinierend und immer noch selten in der Ostsee zu Gast. Doch der Große Tümmler sollte nur beobachtet werden. Vom Mitschwimmen raten Experten ab.

RND/Jan Dresing/Alexander Loew

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