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Norddeutschland Flüchtlinge: Segeberg hilft Hamburg
Nachrichten Norddeutschland Flüchtlinge: Segeberg hilft Hamburg
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21:18 26.01.2016
Innenminister Stefan Studt (SPD). Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel. Weil in Hamburg Aufnahmeplätze für Flüchtlinge fehlen, springt Schleswig-Holstein ein. Die neue Erstaufnahmeeinrichtung im Segeberger Levo-Park, der Ex-Lettow- Vorbeck-Kaserne, soll ab 1. April bis zu 1000 in Hamburg registrierten Flüchtlingen Unterkunft bieten. Man verhandle, so SPD-Innenminister Stefan Studt gestern. Die Einrichtung in Bad Segeberg werde aber auf jeden Fall auf Kosten Hamburgs nach schleswig-holsteinischen Standards betrieben, also mit einer eigenen Polizeistation ausgestattet. Die Flüchtlinge sollen jeweils nach wenigen Monaten in die Hansestadt zurückkehren.

Möglich wird die Hilfe, weil es Kiel 2015 gelungen ist, ausreichend Erstaufnahmeplätze neu zu schaffen. 12000 sind es, obwohl derzeit alle Zimmer nur mit zwei Personen belegt werden. Diese weniger enge Unterbringung habe die Lage in den Unterkünften nach teils heftigen Auseinandersetzungen in den Vormonaten einigermaßen befriedet, sagte Polizeidirektor Joachim Gutt. Aktuell sind dort sogar nur 6000 Flüchtlinge untergebracht. Man wolle das nutzen, um die Menschen erst später auf die Kommunen zu verteilen, sagte Studt. Das schaffe vor Ort Entlastung bei der Wohnraumsuche. Ärgerlich sei, dass es CDU-Bundesinnenminister Thomas de Maizière immer noch nicht geschafft habe, die Zeit bis zum Start der Asylverfahren durchs Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zu verkürzen.

Die Erstaufnahmen sollen zudem organisatorisch neu aufgestellt werden. So werden die in Neumünster/Boostedt, Rendsburg und Glückstadt zu „Qualifizierten Erstaufnahmeeinrichtungen“ mit vollem Leistungsspektrum und eigener BAMF-Außenstelle, die anderen zu Landesunterkünften oder Notaufnahmeeinrichtungen. Einige, so das Containerdorf auf dem Lübecker Volksfestplatz, werden zum Jahresende aufgelöst.

Im Januar kamen bislang 1930 Flüchtlinge neu ins Land, vor allem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Bis Monatsende wird mit 2700 gerechnet. Im Januar 2015 kamen 1090. Eine Jahresprognose wollte Studt nicht abgeben. Das hänge zu sehr von weltweiten Entwicklungen ab. Die Zahl der Transitflüchtlinge sei aber auf nur noch 15 am Tag gesunken, so Gutt. Die Maßnahmen Schwedens und Dänemarks hätten Wirkung gezeigt.

wh

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