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Norddeutschland „Flüchtlinge müssen hungern“
Nachrichten Norddeutschland „Flüchtlinge müssen hungern“
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13:27 29.09.2018
So sieht eine Mahlzeit im Flüchtlingsheim aus. Von ausgewogener Ernährung keine Spur. Quelle: Flüchtlingsrat MV
Nostorf-Horst

Der Flüchtlingsrat MV übt harsche Kritik an der Unterbringung von Zuwanderern in der Erstaufnahmeeinrichtung Nostorf-Horst bei Boizenburg. Die Bedingungen seien unmenschlich, da sich kein Ort in der Nähe befinde. Flüchtlinge würden bis zu 18 Monate festgehalten, Kinder würden nicht ordnungsgemäß beschult.

Flüchtlinge hätten es schwer, von dort Kontakt etwa zu Anwälten aufzunehmen. Das Essen in Nostorf-Horst sei „äußerst knapp bemessen“, teilt der Flüchtlingsrat mit. Es gebe keine Einkaufsmöglichkeiten, in einer vorgelagerten Einrichtung keine Kantine, dafür kleine Portionen aus Assietten: „Die Flüchtlinge hungern.“ Ulrike Seemann-Katz, Vorsitzende des Flüchtlingsrates, fordert eine Schließung des Standorts. Sinkende Flüchtlingszahlen böten jetzt die Chance, „das Gesamtkonzept zu überdenken und menschlicher zu gestalten“.

Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) weist die Vorwürfe zurück. Die Betreuung der Flüchtlinge durch die Malteser gGmbH entspreche „aktuellen europäischen Standards“, ärztliche Versorgung und anderes seien abgesichert. Zum Thema Essen erklärt er: Auf Nachfrage bekämen Flüchtlinge „auch eine zweite Portion. Frühstück und Abendessen wird aus der Kantine angeliefert“, so Caffier.

fp