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Norddeutschland Flüchtlingsfrage treibt die Schleswig-Holsteiner um
Nachrichten Norddeutschland Flüchtlingsfrage treibt die Schleswig-Holsteiner um
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16:31 17.04.2016
Quelle: dpa

So geht eine Mehrheit der Bürger (59 Prozent) davon aus, dass durch den Flüchtlingszustrom die Verschuldung des Landes wesentlich steigen wird.

Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) erwarten eine Belastung des Wohnungsmarktes.

Die Schleswig-Holsteiner sehen durch den Flüchtlingszustrom allerdings keine ernsthaften Folgen für die Innere Sicherheit. Nur eine Minderheit (15 Prozent) rechnet mit einem starken Anstieg der Kriminalität. 47 Prozent rechnen mit einem leichten Anstieg, 34 Prozent mit keinen gravierenden Auswirkungen. Auch eine schleichende Islamisierung wird kaum befürchtet. Nur 14 Prozent erwarteten einen deutlich größeren Einfluss des Islam, 36 Prozent einen etwas größeren Einfluss. Fast jeder zweite Befragte (48 Prozent) glaubt nicht, dass sich das christliche Abendland durch die Flüchtlinge ändert.

Die Koalition von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) bekommt für ihre Flüchtlingspolitik gute Noten. Eine Mehrheit der Schleswig-Holsteiner (55 Prozent) ist hier mit der Arbeit der Regierung zufrieden, nur 38 Prozent sind weniger oder gar nicht einverstanden. Besonders hoch ist die Zustimmung bei jungen Menschen (bis 30) und bei Senioren (ab 60). Nur bei den 30- bis 44jährigen überwiegt die Unzufriedenheit.

Rückendeckung bekommt die Regierung in der Flüchtlingspolitik von Anhängern aller etablierten Parteien (von CDU 60 Prozent über SPD 70 Prozent bis FDP 75 Prozent). Außen vor ist die AfD. Von den Anhängern der rechtspopulistischen Partei sind nur sechs Prozent mit Albigs Flüchtlingspolitik zufrieden. Die restlichen 94 Prozent sind weniger oder gar nicht einverstanden. Abseits stehen die AfD-Anhänger auch, wenn es um die Folgen des Flüchtlingszustroms geht. 54 Prozent fürchten einen deutlich größeren Einfluss des Islam in Schleswig-Holstein, 49 Prozent deutlich mehr Verbrechen.

Ulf B. Christen, Wolfram Hammer

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