Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Flüchtlingsrat fordert Ende von Kasernierungen
Nachrichten Norddeutschland Flüchtlingsrat fordert Ende von Kasernierungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:38 09.08.2018
Der Schriftzug "Rantzau-Kaserne" hängt am Eingang der Unterkunft für Geflüchtete. Quelle: Frank Molter
Anzeige
Kiel

Der Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein hat das Ende der Kasernierung von Flüchtlingen verlangt. Der Verein reagierte damit am Donnerstag auf Kritik am Verhalten von Flüchtlingen ohne Bleibeperspektive in der Landesunterkunft Boostedt bei Neumünster. Dass es dort zu „sozialen Reibungsverlusten und Problemlagen infolge systematischer Desintegration von zwangskasernierten Ausreisepflichtigen“ kommen würde, sei absehbar gewesen, sagte Flüchtlingsrat-Geschäftsführer Martin Link.

Boostedts Bürgermeister Hartmut König (CDU) hatte unter anderem über ungebührliches Benehmen und Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit berichtet. Aktuell wohnen laut Innenministerium 1351 Menschen auf dem früheren Gelände der Rantzau-Kaserne: In der Erstaufnahmeeinrichtung, der zugeordneten Gemeinschaftsunterkunft und der Landesunterkunft für Ausreisepflichtige. Aus Königs Sicht sollten es maximal 500 Menschen sein, größere Zentren seien nicht geeignet.

Der Flüchtlingsrat kritisierte die aufgekommene Debatte scharf. „Unerträglich ist die aktuelle scheinheilige Naseweisheit kommunaler und Landespolitiker, wenn diese einmal mehr die Opfer ihrer verfehlten Politik für deren Konsequenzen verantwortlich machen“, sagte Link. Dass Menschen, denen in den Herkunftsländern Überlebensnöte bevorstünden, „die Alltagskontenance verlieren“, solle niemanden überraschen. Die Flüchtlinge dürften nicht kaserniert, sondern müssten regelmäßig dezentral auf die Kreise und kreisfreien Städte verteilt werden, verlangte der Flüchtlingsrat.

dpa/lno

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der wegen Beihilfe zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zu 15 Jahren Haft verurteilte Marokkaner Mounir el Motassadeq kommt für seine Abschiebung früher aus dem Gefängnis.

09.08.2018

Ein Fußgänger ist in Hamburg-Ottensen von einem Auto angefahren worden und hat danach den Unfallort schwer verletzt einfach verlassen.

09.08.2018

Mit seinem Koffer hat sich ein mit Haftbefehl gesuchter Mann am Münchner Flughafen verraten.

09.08.2018
Anzeige