Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Frank Doses Fahrrad wiegt 1,2 Tonnen
Nachrichten Norddeutschland Frank Doses Fahrrad wiegt 1,2 Tonnen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:53 01.08.2016
Frank Doses Fahrrad ist so groß, dass es nicht ganz in den Schuppen hineinpasst. Quelle: Fotos: Carsten Rehder/dpa
Anzeige
Schacht-Audorf

Hightech-Fahrräder können gar nicht leicht genug sein. Für Frank Dose ist das nichts. Der Schleswig-Holsteiner geht den umgekehrten Weg. Er schraubt an einem wuchtigen Fahrrad aus Stahl. Anfang September will der 49-Jährige damit den Weltrekord für das schwerste fahrbare Fahrrad aufstellen. „Einfach kann schließlich jeder“, sagt Dose. Seit März arbeitet der Lkw-Fahrer aus Schacht- Audorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) an seinem Stahlkoloss.

Zur Galerie
Der 49-Jährige aus Schacht-Audorf will mit dem schweren Gefährt ins Guinness-Buch der Rekorde.

„Einfach kann schließlich jeder.“ Frank Dose

Dessen Dimensionen sind gewaltig. Die Reifen mit einem Durchmesser von 1,53 Metern gehörten einst zu einem Güllewagen. Der Rest des Unikums besteht überwiegend aus Stahl. „Das Fahrrad wird am Ende knapp 1,2 Tonnen wiegen“, sagt Dose. Er wolle auf Nummer sicher gehen, damit ihm nicht noch ein anderer Tüftler den Rekord vor der Nase wegschnappt.

Für einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde muss Dose die Bestmarke eines Belgiers knacken. Nach Guinness-Angaben wiegt das aktuell schwerste fahrbare Fahrrad der Welt 860 Kilogramm. Der Belgier Jeff Peeters hat den Rekord am 19. August 2015 aufgestellt. Zum Vergleich: Der Rekord für das schwerste fahrbare Motorrad liegt bei 4,749 Tonnen, aufgestellt Ende 2007 von Tilo und Wilfried Niebel in Köln.

Auf die Idee zu seinem Fahrrad ist Dose vor Jahren bei dem Besuch des Heavy-Metal-Festivals in Wacken gekommen. In der Folge schraubt und schweißt er drauf los, lässt irgendwann aber doch wieder von dem Projekt ab. „Das wäre doch sowieso nichts geworden“, so habe ein Kollege gespottet, sagt Dose. „Das lässt du dir nicht zweimal sagen, habe ich dann gedacht.“ Auf einem Notizblock malt der Lkw-Fahrer eine Skizze, wie das Ganze am Ende aussehen soll. Mehr hat er nicht.

Den Rest des Bauplans hat er in seinem Kopf. Dose besorgt sich alte Reifen und kauft haufenweise Metall, jede Menge Lager und auch neue Werkmaschinen. „Bei 5000 Euro habe ich aufgehört zu rechnen“, sagt er. Die Unterstützung in seinem Umfeld ist groß – und das nicht nur von seiner Frau Astrid. „Mein Nachbar unterstützt mich beim Rasenmähen, damit ich vorankomme.“

Wie viele Stunden er in den Weltrekordversuch investiert hat, weiß der Tüftler nicht. Derzeit arbeitet er in seinem direkt am Nord-Ostsee-Kanal gelegenen Garten an den letzten Feinheiten seines Fahrrads. Es ist so groß, dass es ein gutes Stück aus dem offenen Schuppen herausragt. Bis zum 3. September soll alles fertig sein, dann will er damit vor Zeugen in dem kleinen Ort nahe Rendsburg kräftig in die Pedale treten und mindestens 200 Meter weit fahren. Der kräftige Mann mit dem Rauschebart hat keinerlei Zweifel, dass er die dafür nötige Muskelkraft in den Beinen hat. „Ein Freund hat mir ausgerechnet: Ich brauche 1,5 Schritte pro Meter mit einem Krafteinsatz von 35 Kilogramm“, sagt er selbstbewusst. „Dann erreiche ich mit meinem Fahrrad ein Tempo von 5,4 Kilometern pro Stunde.“ Als ehemaliger Crossläufer traut er sich das zu. Das würde reichen für eine Anerkennung als neuer Rekord.

Über die weitere Verwendung des Riesenfahrrads hat sich der Norddeutsche noch keine Gedanken gemacht. „Ich will nicht damit reich werden“, sagt der 49-Jährige. Die ganze Idee sei schließlich aus Jux und Tollerei entstanden. „Wenn es einer kaufen möchte, dann kann er es zu einem vernünftigen Preis gerne haben.“

 André Klohn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige