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Norddeutschland Freispruch für den Koch
Nachrichten Norddeutschland Freispruch für den Koch
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20:30 31.08.2016
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Hamburg

. Die Leiche lag sieben Wochen im Fußboden eines kleinen Restaurants versteckt – doch ein Verbrechen gab es nach Überzeugung des Hamburger Landgerichts nicht. Der 49-Jährige sei ein Schutzgelderpresser gewesen, den der Koch des Lokals in einer Notwehrsituation getötet habe, stellt die Strafkammer in ihrem Urteil fest. Der 52 Jahre alte Angeklagte sei darum freizusprechen. Auf die Protestrufe von den Angehörigen des Toten im Zuschauerbereich ergänzt der Vorsitzende der Strafkammer, Joachim Bülter: „Für manchen mag das Urteil vielleicht schwer nachvollziehbar erscheinen.“ Der Richter räumt ein, dass der Koch nicht immer die Wahrheit gesagt hat und dass die Tat an der Grenze des Erlaubten liegt.

Ermittler der Polizei standen vor dem Lokal im Hamburger Stadtteil St. Georg. Quelle: Marks/dpa

Dann geht er ausführlich auf die Vorgeschichte des tödlichen Schusses am späten Abend des 30. September 2015 ein. Der Schutzgelderpresser sei bald nach der Übernahme des Lokals durch den Angeklagten erstmals in das Restaurant gekommen. Der Gastwirt zahlt – nach und nach insgesamt mindestens 25 000 Euro. Im Juli 2015 ist der De-facto-Alleinbetreiber des Lokals verschuldet, weil er eine Stromnachzahlung von 17000 Euro leisten muss. Der Erpresser wird dreister, erscheint mit einer Waffe im Hosenbund. Am Abend des 30. September kommt der 49-Jährige wieder vorbei.

Nachdem die Gäste gegangen sind, setzt er sich in den hinteren kleinen Gastraum. Er legt eine scharfe Pistole auf den Tisch und bewegt die Waffe hin und her. „Entweder du zahlst heute oder einer von uns beiden geht drauf“, droht er dem Koch. Als dieser erneut sagt, er könne nicht zahlen, dreht er die Pistole so, dass der Lauf auf den 52-Jährigen zeigt. Der 49-Jährige bringt die Kinder des Kochs ins Spiel: Die hübschen Töchter seien alt genug und könnten auch arbeiten – und spielt damit auf Prostitution an. Voller Zorn springt der Koch auf und will den Erpresser am Kragen packen.

Im Gerangel ergreift er die Waffe und drückt ab. Der 49-Jährige ist sofort tot.

Die Angehörigen des Toten springen nach dem Urteil auf und schreien: „Mörder, Mörder!“ Ein Mann schlägt an die Sicherheitsscheibe, die den Zuschauerbereich abtrennt, und ruft: „Das ist noch nicht das Ende!“ Polizei und Justizbeamte geleiten die aufgebrachten Zuschauer aus dem Gebäude und bringen den Koch in Sicherheit.

LN

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