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Norddeutschland Freundschaft mit Israel vertieft
Nachrichten Norddeutschland Freundschaft mit Israel vertieft
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21:21 08.04.2016
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) spricht in Ost-Jerusalem mit Schülerinnen der katholischen Schmidt-Schule. Quelle: Carsten Rehder/dpa
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Jerusalem

. Tief beeindruckt hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) eine durchweg positive Bilanz seines dreitägigen Besuchs in Israel gezogen. Die persönlichen Kontakte und die Beziehungen seien ausgebaut worden, sagte Albig gestern in Jerusalem. Am letzten Tag seiner Reise informierte er sich über den Friedenskindergarten des YMCA (Christlicher Verein Junger Menschen) und schaute sich im Israel Museum die Qumran-Rollen an, zu denen die ältesten erhaltenen biblischen Handschriften gehören.

„Es war eine sehr gute Reise“, sagte Albig. „Ich habe sehr inspirierende Bildungsprojekte kennengelernt, die uns auch bei Schulprojekten in Schleswig- Holstein helfen können.“ Die von ihm besuchten Einrichtungen — zwei Schulen und ein Kindergarten — lebten die Toleranz zwischen den Bevölkerungsgruppen und Religionen vor. Davon könne auch Deutschland für die Bewältigung seiner Integrationsprobleme lernen.

Auch die anderen Delegationsteilnehmer — Bildungsstaatssekretär Dirk Loßack sowie die Parlamentarischen Geschäftsführer von CDU und SPD, Hans- Jörn Arp und Birgit Herdejürgen — zeigten sich beeindruckt von den Versöhnungsprojekten. Im Friedenskindergarten im internationalen YMCA werden jüdische, christliche und muslimische Kinder gemeinsam betreut — jede Gruppe von jeweils einer arabisch und einer hebräisch sprechenden Erzieherin. Die Kinder sollen unbelastet von ethnischen oder religiösen Vorurteilen im Kindergarten aufwachsen. Am Vortag hatte die Delegation die Max Rayne Schule, die in ihren Klassen zweisprachig arabische und jüdische Kinder mit jeweils zwei Lehrern unterrichtet, besucht. Weitere Station war die katholische Schmidt- Schule im Ostteil Jerusalems, die unterprivilegierten palästinensischen ebenso wie christlichen Mädchen das deutsche Abitur ermöglicht. Im Gespräch mit Albig sagten fast alle der Schülerinnen, sie wollten in Deutschland studieren.

„Mir ist nicht so bewusst gewesen, wie groß die Gefährdungen der Menschen in Israel in jedem Augenblick sind“, resümierte Arp. „Es ist klar, es wird die Zwei-Staaten-Lösung geben müssen“, sagte der CDU-Politiker. Aus allen Gesprächen sei aber deutlich geworden, dass eine solche Lösung nicht absehbar ist, meinte die Sozialdemokratin Herdejürgen. Dies sei politisch ernüchternd. „Gerade weil eine Zwei- Staaten-Lösung nicht absehbar ist, sind solche Versöhnungsprojekte wie in den besichtigten Einrichtungen um so wichtiger“, befand Bildungsstaatssekretär Loßack. „Ich glaube, Kinder, die dort waren, werden nie aufeinander schießen.“ Ein Höhepunkt der Reise war ein Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, ein anderer das Gespräch mit Staatspräsident Reuven Rivlin. Bei einem Rundgang durch die Jerusalemer Altstadt besichtigte Albig die Grabeskirche Jesu und ging mit seiner Delegation durch das arabische und das jüdische Viertel mit Blick auf die goldene Kuppel des Felsendoms und die Klagemauer.

LN

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