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Norddeutschland Tausende Schüler bei Klima-Demo in Schleswig-Holstein
Nachrichten Norddeutschland Tausende Schüler bei Klima-Demo in Schleswig-Holstein
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16:30 16.03.2019
Auch in Lübeck trafen sich Hunderte Schüler zur Klima-Demo. Quelle: Holger Kröger
Lübeck

Es war der bislang größte Schüler-Aktionstag für mehr Klimaschutz: Weltweit gingen am Freitag Hunderttausende bei „Fridays for Future“ auf die Straße anstatt zur Schule. In 123 Ländern und über 1800 Städten wurde demonstriert; in Deutschland fanden mehr als 200 Demos statt – so viele wie in keinem anderen Land. Auch in rund 20 Städten Schleswig-Holsteins zogen Kinder und Jugendliche mit selbst gemalten Plakaten und markigen Sprüchen durch die Straßen. Alleine in Kiel waren es 7000, in Lübeck 2800, in Ratzeburg, Eutin und Bad Segeberg mehrere Hundert.

In London, Paris und München wurde genauso demonstriert wie in Lübeck oder Ratzeburg.

Ministerpräsident ist beeindruckt

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sagte: „Es ist beeindruckend, dass die jungen Menschen sich nicht abspeisen lassen und für ihre Interessen eintreten. Es gab in der Vergangenheit genug Themen, bei denen sich junge Menschen viel zu wenig engagiert haben. Zum Beispiel hätte der Brexit vielleicht verhindert werden können, wenn sich in Großbritannien mehr junge Menschen an der Abstimmung beteiligt hätten.“ Er betonte aber auch: „Ein Dauerzustand sollte es nicht sein, immer wieder den Unterricht zu schwänzen. Zumindest dauerhaft würde ich mir wünschen, dass man eine andere Lösung findet als einen Schulstreik.“

So ziehen die 2800 Schüler durch die Lübecker Innenstadt

Bundesverkehrsminister lobt Schüler

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) lobte die Demonstrationen von Schülern sogar. „Ich kann ihr Anliegen grundsätzlich gut verstehen. Ihr Engagement ist gut für die Demokratie“, sagte Scheuer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Noch besser wäre es allerdings, wenn die Demonstrationen außerhalb der Schulzeiten stattfänden.“ So war es zum Beispiel in Bad Oldesloe, wo rund 100 Schüler nach Schulschluss demonstrierten. Scheuer sagte, Klimaschutz stehe auf seiner Prioritätenlisten „ganz weit oben“.

Ex-Staatssekretärin gefällt „Radikalisierung“

Die frühere schleswig-holsteinische Staatssekretärin und jetzige Bundestagsabgeordnete Ingrid Nestle (Grüne) war vom Engagement der Schüler im Norden begeistert. „Ich teile die Streiks in ihrer Radikalität“, sagte sie. „Gerade Schleswig-Holstein wird die Folgen der Klimakrise massiv zu spüren bekommen.“

Erwachsene schließen sich an

Ärzte, Wissenschaftler und Aktivisten: Immer mehr Gruppen schließen sich den mittlerweile globalen „Fridays for Future“-Demonstrationen an. In Berlin überreichte die Gruppe „Scientists for Future“ den Schülern eine Stellungnahme, in der sie die Klimabewegung unterstützen – unterzeichnet von rund 23 000 Wissenschaftlern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zuspruch erhielten die Schüler bei der Demonstration auch von diversen Ärzten, die mit weißen Kitteln unterwegs waren. Die Gruppe nennt sich „Doctors for Future“.

Midyatli: Denkzettel der jungen Generation

Serpil Midyatli, designierte Chefin der Nord-SPD, war am Freitag bei den LN zum Redaktionsbesuch. Sie sagte mit Blick auf die Schüler-Proteste: „Die Menschen möchten heute viel mehr an den Entscheidungsprozessen beteiligt sein. „Fridays for Future“ ist letztendlich eine Antwort der jungen Menschen darauf, dass wir wichtige Dinge verschoben und vertagt haben. Sie sagen uns, dass sie damit nicht einverstanden sind. Das ist ein absoluter Denkzettel der jungen Generation. Das muss man als Kritik auch annehmen.“

Jugendliche wollen weiter kämpfen

Unterstützt wird die von der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg initiierte Schülerbewegung „Fridays for Future“ inzwischen auch von Wissenschaftlern Politikern. Doch auch ohne diese Hilfe wollen die Jugendlichen weiter für ihr Anliegen kämpfen. Die deutsche Regierung und die Weltgemeinschaft müssten jetzt handeln, um die Zukunft kommender Generationen zu sichern, sagte Lars Mussehl von „Fridays for Future“ Lübeck.

Hier geht’s zum Leitartikel über die Klimaschutz-Demos

Hier können Sie den LIVE-Ticker zu den Demos nachlesen.

Jan Wulf

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