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Friesenhof: Ausschuss befragt Ex-Mitarbeiter der Heimaufsicht

Kiel Friesenhof: Ausschuss befragt Ex-Mitarbeiter der Heimaufsicht

Der Friesenhof-Untersuchungsausschuss ist in die zweite Phase getreten. Bisher waren die Vorgänge in den Mädchenheimen beleuchtet worden.

Kiel. Der Friesenhof-Untersuchungsausschuss ist in die zweite Phase getreten. Bisher waren die Vorgänge in den Mädchenheimen beleuchtet worden. Jetzt werden die internen Abläufe im Sozialministerium selbst unter die Lupe genommen. Zunächst wurden ein ehemaliger und ein aktiver Mitarbeiter der Heimaufsicht des Landes als Zeugen befragt. Der ehemalige Mitarbeiter, der 2011 in Ruhestand gegangen ist, wollte zunächst nicht gehört werden. Der 70-Jährige machte für sich geltend, konkrete Details zum Friesenhof nicht erinnern zu können. Er erinnere zwar allgemein, dass es auch Beschwerden über die Einrichtung gegeben habe, aber nicht worin sie lagen und wie die Heimaufsicht reagiert habe, sagte der ehemalige Sachbearbeiter. Er war seinerzeit für die Kontrolle von mehreren Hundert Heimen und Kindertagesstätten zuständig. Besuche in Heimen hätten anlassbezogen, etwa nach Beschwerden, stattgefunden. Akten habe er sorgfältig geführt, Relevantes, das noch nicht bei der Referatsleitung bekannt gewesen war, habe er natürlich weitergeben. Er betonte, er sei nur „ein kleiner Sachbearbeiter“ gewesen.

Auch ein weiterer Mitarbeiter der Heimaufsicht, der seit Herbst 2013 dem Referat angehört, sagte, eine Überprüfung des laufenden Betriebs einer Einrichtung habe nicht regelhaft stattgefunden. Er wünsche sich mehr Überprüfungen von Einrichtungen. Besuche ohne Anlass sind derzeit nicht vorgesehen. Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) strebt – als Konsequenz aus dem Friesenhof-Skandal – an, dass die Aufsicht jederzeit und unangekündigt Heime kontrollieren darf. Der 39-jährige Sozialpädagoge sagte, zu Beginn seiner Tätigkeit habe er sich vorgenommen, sich bei allen rund 300 Einrichtungen, für die er zuständig war, persönlich vor Ort vorzustellen. Dies habe er jedoch nicht schaffen können. Er habe wegen der vielen Arbeit später auch eine Belastungsanzeige geschrieben.

Die Ausschuss-Obfrau der CDU, Katja Rathje-Hoffmann sagte, nach den Ausführungen des ersten Zeugen habe sie den Eindruck erhalten, dass Kitas häufiger überprüft würden als stationäre Heime. Dies dürfe nicht sein. Der Piraten-Abgeordnete Wolfgang Dudda schäumte, „mit juristischer Raffinesse und selektiven Erinnerungslücken versuchte sich der Ex-Mitarbeiter in unserer Befragung aus jeder Verantwortung zu winden“.

LN

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