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Frischer Wind bei der Bundespolizei

Kiel Frischer Wind bei der Bundespolizei

Der neue Inspektionsleiter Willy Kösling will mit Offenheit und Verlässlichkeit punkten.

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Willy Kösling will das Gemeinschaftsgefühl stärken.

Quelle: Foto: Modrow

Kiel. „Der Neue ist da — und das bin ich!“: Willy Kösling hat seinen Posten als Leiter der Bundespolizei-Inspektion in Kiel angetreten. Der 52-jährige Polizeidirektor ist verantwortlich für 270 Mitarbeiter an den Standorten Lübeck, Puttgarden und Kiel. Für die neue Aufgabe hat sich „der Neue“ bereits klare Ziele gesteckt. Er will, dass seine Polizei bei den Bürgern mit Offenheit und Verlässlichkeit punktet. Intern will er das Gemeinschaftsgefühl stärken. „Vor allem möchte ich aber, dass mehr gelacht wird. Das ist nicht nur erwünscht, sondern unverzichtbar.“

Klingt nach Floskeln, sind es aber nach Aussagen von Köslings Kollegen nicht. Sie sprechen von dem „frischen neuen Wind“.

Der 52-Jährige will, dass die Behörde, die einmal der Bundesgrenzschutz war, als Institution stärker bekannt wird. „Selbst im Bekanntenkreis muss ich immer wieder einmal aufklären, dass wir keine Art deutsches FBI sind“, sagt Kösling. Sicherheit an Bahnhöfen und Häfen, an Grenzen und bei Großereignissen — das ist es, was den Alltag der Bundespolizei ausmache. „Wichtig ist mir, dass wir uns alle immer wieder die zentrale Frage stellen, was der Bürger will“, sagt der Vater von drei erwachsenen Söhnen. Abends, nach dem Dienst, stelle er daher seit Jahren im Kollegenkreis gern die Frage, „ob wir denn unseren Steuer-Euro heute verdient haben?“ Ziel sei es, den Kollegen und sich selbst immer wieder bewusst zu machen, für wen man eigentlich arbeite. „Auch das eigene Auftreten gegenüber dem Bürger muss immer wieder reflektiert werden. Die Kollegen sollen sich die Frage stellen, welche Ansprüche sie selbst an den Beamten hätten, wenn sie beispielsweise am Hafen kontrolliert werden“, argumentiert der Inspektionsleiter. Eines stünde dabei so oder so fest: „Wir haben nicht arrogant zu sein — dafür gibt es keinerlei Anlass.“

Willy Kösling ist seit 1980 bei der Bundespolizei — „und ohne Übertreibung: Ich würde diesen Beruf immer wieder wählen“, versichert er. Beim Bundesgrenzschutz in Lübeck habe er „das Laufen gelernt“, sammelte Erfahrung im Führungsstab in Bad Bramstedt, war in die Planung mehrerer Castor-Transporte eingebunden.

Nach der Ausbildung für den höheren Polizeivollzugsdienst lehrte er als Dozent, arbeitete im Bundesinnenministerium aber auch am Sicherheitskonzept für die Fußball-WM 2006 mit. In seiner Freizeit lasse er sich gern „frischen Wind um die Nase wehen“. Kösling ist begeisterter Biker. „Seit 20 Jahren wohne ich mit meiner Frau, mit der ich im November 30 Jahre verheiratet bin, in Mildstedt“, erzählt der Inspektionsleiter. Künftig wolle er für etwas mehr Ausgleich zwischen Familie und Beruf sorgen.

Ein Ziel, das er auch bei seinen Mitarbeitern umsetzen will. „Die Zeiten sind immer schwieriger geworden, die Aufgaben sind stetig verdichtet worden.“ Hier sei ein Umdenken nötig. „Ein Polizist muss entspannt und ausgeglichen sein, wenn er im Dienst ist. Jeden Tag am Limit zu sein, das geht nicht gut.“

Dass es nicht leicht wird, ist ihm bewusst. Der Altersdurchschnitt bei der Bundespolizei steige, geeigneten Nachwuchs zu werben, sinke. Und doch sagt er voller Überzeugung, dass der neue Job bei ihm „ein positives Kribbeln“ auslöse.

Bastian Modrow

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