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Norddeutschland Frist versäumt: Sexualstraftäter in Hamburg kommt frei
Nachrichten Norddeutschland Frist versäumt: Sexualstraftäter in Hamburg kommt frei
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21:19 28.04.2016
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Hamburg

Das Hamburger Oberlandesgericht hat die Freilassung eines wegen Kindesmissbrauchs verurteilten Straftäters aus der Sicherungsverwahrung angeordnet. Die Vollzugsbehörden hätten es versäumt, innerhalb einer vorgegebenen Frist eine externe einzeltherapeutische Behandlung für den 50-Jährigen zu organisieren, sagte ein Gerichtssprecher. Darum müsse nun die Sicherungsverwahrung auf Bewährung ausgesetzt werden. Das Gericht verpflichtete den Mann aber, eine Fußfessel zu tragen. Zudem darf er keinen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufnehmen.

Der 50-Jährige war 2004 wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und wegen weiterer Straftaten zu viereinhalb Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Zu möglichen weiteren Verurteilungen wollte der Gerichtssprecher keine Angaben machen. Eine Sicherungsverwahrung kann nach geltendem Recht nur angeordnet werden, wenn ein Täter schon mindestens zwei einschlägige Vorstrafen von jeweils wenigstens einem Jahr Haft bekommen hat. Die Entscheidung des Oberlandesgerichts ist rechtskräftig.

Die Vollzugsanstalt war laut einer Mitteilung des Gerichts bereits im März 2015 dazu verpflichtet worden, dem Mann bis zum 24. April eine therapeutische Behandlung in den Praxisräumen eines externen Therapeuten zu ermöglichen. Diskussionen gab es um die Sicherheitsanforderungen während der Therapie. Das Gericht hatte bestimmt, dass Vollzugsbeamte nicht im Therapieraum anwesend sein dürften. Eine strikte Überwachung seiner Praxis habe der Psychiater abgelehnt, erklärte eine Sprecherin der Justizbehörde. Nach Ansicht des Oberlandesgerichts hätte die JVA unverzüglich nach einem anderen Therapeuten suchen müssen. Ob der Mann gestern bereits frei war, blieb unklar. Die Justizbehörde erklärte, der Mann werde unverzüglich freigelassen.

LN

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