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Norddeutschland „Für immer zuckerfrei“
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06:00 13.03.2019
Die Moderatorin und Autorin Anastasia Zampounidis lebt seit 13 Jahren zuckerfrei. Quelle: Thomas Meyer_Ostkreuz
Berlin

 Frau Zampounidis, obwohl Sie, wie Sie in Ihrem Buch „Für immer zuckerfrei“ beschreiben, schon immer eine Naschkatze waren, haben Sie sich dazu entschlossen, auf Zucker zu verzichten. Wie kam es dazu?

Da mir schon immer klar war, dass ich ein Problem mit Zucker hatte und süchtig war, unternahm ich mehrere Versuche, den Zucker zu reduzieren oder ganz wegzulassen. Das gelang mir nicht, da ich nichts über die „versteckten“ Zucker in meinem Aufschnitt, Tomatensaucen, Gewürzgurken und Co. wusste. Deswegen kam es immer wieder zum massiven Rückfall mit Zuckerbomben, wo ich dann auf einem Mal eine ganze Tafel Schokolade inhalierte. Ich war diese unsäglichen Heißhungerattacken leid. Als mir dann eine Ärztin der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) empfahl, den Zucker wegzulassen, um meinen Körper wieder in Balance zu bekommen, schaute ich mir zum ersten Mal die Zutatenlisten an und fiel aus allen Wolken. Von da an wusste ich aber, dass ich es schaffen konnte. Seit April 2006 verzichte ich jetzt schon auf Industriezucker.

Haben Sie manchmal noch Heißhunger auf etwas Süßes?

Ich habe tatsächlich seit fast 13 Jahren keinen Heißhunger mehr, auf gar nichts. Entweder habe ich Hunger, oder ich bin satt. Ich lebe nach einem natürlichen Rhythmus, mit dem wir alle auf die Welt kommen. Durch stark gezuckerte Nahrungsmittel und geschicktes Kindermarketing, das uns schon früh auf die extreme Süße konditioniert, geht dieser Rhythmus aber leider verloren. Wenn ich heute Lust auf Süßes habe, dann wird diese durch Frisch- und Trockenobst, Getreide und süßes Gemüse wie Süßkartoffeln oder Hokkaido-Kürbis befriedigt. Ich empfinde jetzt schon Gemüse wie zum Beispiel Karotten, rote Paprika oder Rote Bete als extrem süß. Dazu muss ich sagen, dass ich keinen Verzicht empfinde, da ich reich belohnt werde. Ich denke aber auch, dass sich über lange Zeit niemand kasteien kann, ohne dass es zu einem Rückfall kommt. Das Leben ist nur dann lebenswert, wenn ich mit Leichtigkeit und Freude an das Thema Essen herangehe. Alles andere würde für mich als Griechin auch nicht in Frage kommen.

Haben Sie denn einen Tipp, wie man seinen Appetit auf Süßes dauerhaft in den Griff bekommen kann?

Das Wichtigste ist: niemals hungern! Denn die hungrigen Momente sind auch die „schwachen“, in denen man leicht rückfällig werden kann. Es ist also gut, immer eine Kleinigkeit wie Obst oder Nüsse dabei zuhaben. Und wenn gerade zu Beginn der zuckerfreien Ernährung die Lust auf Süßes aufkommt: In meinen Büchern habe ich viele Rezepte für Kuchen, Müsliriegel oder Pfannkuchen – alles zuckerfrei und sehr süß. Es hilft, solche Gerichte zu Hause vorzubereiten und am selben, oder am nächsten Tag mitzunehmen. Am Nachmittag gibt es dann den selbstgemachten Kuchen und einen Kaffee mit Zimt und Kakaopulver – und Nachmittagstief adé!

Trotzdem: Zuckerfrei zu leben ist heutzutage gar nicht so einfach. Warum lohnt es sich trotzdem, auf den raffinierten Zucker zu verzichten?

Es lohnt sich definitiv: Man hat keinen Heißhunger mehr, man verliert an Gewicht ohne zu hungern, es gibt kein Nachmittagstief – man ist einfach generell fitter. Man schläft besser, sieht durch reinere Haut jünger aus, die Stimmungsschwankungen pendeln sich ein, genauso wie PMS und Menstruationsbeschwerden. Außerdem verabschiedet sich die Cellulite, man ist seltener erkältet, bekommt kein Karies, die Blutwerte verbessern sich und man erlangt sein natürliches Geschmacksempfinden zurück.

Josephine Andreoli

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