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Norddeutschland G20-Demo „Welcome to Hell“ eskaliert - Weitere Proteste am Freitag
Nachrichten Norddeutschland G20-Demo „Welcome to Hell“ eskaliert - Weitere Proteste am Freitag
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06:28 07.07.2017
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Hamburg

Bei dem Treffen der großen Industrieländer und aufstrebenden Wirtschaftsnationen geht es um die Krisen der Welt, um den Terrorismus sowie die Klima- und Handelspolitik. Mit Spannung wird das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin erwartet.

Das erste G20-Gipfeltreffen in Deutschland wird von etwa 19 000 Polizisten geschützt. Für Freitagabend wurde eine weitere Demonstration unter dem Motto „G20 entern“ angekündigt. Ab 6.00 Uhr bis Samstagnachmittag 17.00 Uhr gilt in Teilen der Innenstadt ein Versammlungsverbot. Dann etwa endet das G20-Treffen.

Die Protest-Aktion „Welcome to Hell“ am Donnerstagabend endete mit Zusammenstößen zwischen G20-Gegnern und der Polizei. Die Polizei setzte während und nach der Autonomen-Kundgebung Wasserwerfer ein, gewalttätige Demonstranten warfen Flaschen auf die Beamten. In einigen Straßen der Innenstadt brannten Barrikaden, Schaufenster wurden eingeschlagen. Die Polizei sprach von mindestens 76 verletzten Beamten, einer der „Welcome to Hell“-Initiatoren von „zahlreichen“ Verletzten auf Seiten der Demonstranten.

Etwa 1000 Vermummte hatten sich nach Angaben der Polizei unter die rund 12 000, überwiegend friedlichen Demonstranten gemischt. Die Beamten stoppten den Zug kurz nach dem Start und setzten Pfefferspray sowie Wasserwerfer ein. Aus den Reihen der Demonstranten flogen Flaschen, Feuerwerk wurde gezündet. Die Menge wurde auseinandergetrieben. An vielen Orten in der Innenstadt gab es anschließend Scharmützel, kleinere Barrikaden wurden errichtet und angezündet. Die Veranstalter warfen der Polizei ein unverhältnismäßiges Vorgehen vor. Auch das globalisierungskritische Netzwerk Attac verurteilte die Polizei-Strategie.

Ein Polizeisprecher sagte: „Eine Vermummung in einem Aufzug ist ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und wird von uns nicht geduldet.“ Man habe versucht, den „Schwarzen Block“ der Linksautonomen von den friedlichen Demonstranten zu trennen - dann hätte die Kundgebung fortgesetzt werden können. Dies sei aber nicht gelungen.

Am frühen Freitagmorgen blieb es vergleichsweise ruhig. Den schweren Auseinandersetzungen vom Vorabend folgten nur noch vereinzelt Scharmützel. Der Polizei zufolge beruhigte sich die Lage ab Mitternacht, am frühen Morgen blieb es weitgehend ruhig. „Es hätte schlimmer kommen können“, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Im Hamburger Schanzenviertel waren am frühen Morgen noch überall Spuren der Verwüstung zu sehen. Bankautomaten wurden demoliert, ganze Straßenzüge mit waren mit Glasscherben und herausgerissenen Pflastersteinen bedeckt. Auch in anderen Stadtteilen gab es Zerstörungen. Die Stadtreinigung begann mit den Aufräumarbeiten.

Wie viele Demonstranten festgenommen oder in Gewahrsam genommen wurden, blieb zunächst unklar. Die Polizei wollte sich dazu am Morgen äußern. Andreas Blechschmidt von den Anmeldern von „Welcome to Hell“ sagte unter Berufung auf Aussagen von Anwälten der Demonstranten, es habe bis zum späten Abend zwischen 10 und 20 Festnahmen gegeben.

Aus politischer Sicht wird im Mittelpunkt des Gipfels ohne Zweifel US-Präsident Trump stehen. Er hat das Pariser Klimaabkommen aufgekündigt und fährt beim Handel einen Abschottungskurs. Einer seiner politischen Widersacher aus den USA, der demokratische New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio kommt nach Hamburg, um gegen Trump zu protestieren.

Zu Beginn des Treffens am Freitagvormittag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel die Gäste in den Hamburger Messehallen begrüßen. Den Abend verbringen die Gipfelgäste und ihre Partner in Hamburgs neuer Attraktion, der Elbphilharmonie.

Trump und Putin setzen sich für ihre Begegnung schnell von der Arbeitssitzung zu Klimaschutz und Entwicklung ab. Zwar hält Putin am Pariser Klimaschutzabkommen fest. Trump könnte die Abwesenheit Diskussionen über seinen angekündigten Ausstieg ersparen. Das bilaterale Verhältnis gilt als so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht: Syrien, Ukraine, russische Wahleinmischung. Die Signale der Amerikaner vor dem Gipfel waren widersprüchlich. Zu Besuch beim östlichen Nato-Partner Polen wetterte Trump, Russland destabilisiere in Osteuropa und anderswo.

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