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22:14 09.06.2017

Arbeitsmarktreform nach dänischem Modell: Weniger Kündigungsschutz, aber hohes Arbeitslosengeld und intensive Jobvermittlung: Nach diesem seit mehr als 15 Jahren bewährten, „Flexicurity“ genannten dänischen Modell der Arbeitsmarktpolitik will Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron die Wirtschaftkrise und die hohe Arbeitslosigkeit in seinem Land bekämpfen. Darüber sprach Macron nach dänischen Presseberichten am Mittwoch auf dem OECD-Jahrestreffen – von der dänischen Kronprinzessin Mary eröffneten – in Paris mit dem dänischen Regierungschef Lars Løkke Rasmussen.

Der französische Präsident sei sehr daran interessiert, wie das von einer breiten politischen Mehrheit getragene dänische „Flexicurity“Modell mit Arbeitslosengeld von bis zu 80 Prozent des letzten Gehalts und intensiven Bemühungen um Fortbildung und Vermittlung in neue Jobs funktioniert. Der französische Arbeitsmarkt mit hohem Kündigungsschutz gilt als eher starr und wird verantwortlich gemacht für die hohe Arbeitslosigkeit von gegenwärtig 9,7 Prozent.

Die Kündigungsfristen in Dänemark betragen, je nach Betriebszugehörigkeit, einen bis maximal sechs Monate, Sozialauswahl und Betriebsräte-Mitbestimmung gibt es nicht. Abfindungen sind erst nach zwölf bis 17 Jahren Betriebszugehörigkeit zu zahlen.  

       

Reichste Dänen sind Steuerbetrüger: Die 320 reichsten Familien in Dänemark haben zusammen 60 Milliarden Kronen (gut acht Milliarden Euro) in Steueroasen verschoben, um den dänischen Staat zu betrügen. Das geht nach einem Bericht des Dänischen Rundfunks (DR) aus einem Forschungsprojekt hervor, dessen Ergebnisse bei einer Anhörung über Steueroasen bekannt wurden. Die Verfasser hatten Zugriff auf Informationen über steuerfreie Geldanlagen bei der Schweizer Bank HSBC, die 2015 internationalen Journalisten zugespielt worden waren – damals bekannt geworden unter der Bezeichnung „Swiss Leaks“.

Diese Informationen haben die Wirtschaftswissenschaftler abgeglichen mit den amtlichen Steuer-Daten der Dänen, Norweger und Schweden mit Konten bei der HSBC. Dabei sei festgestellt worden, dass die reichsten 320 Dänen mit Vermögen über 250 Millionen Kronen (33,6 Millionen Euro) ein Viertel ihres Geldes in der Schweiz vor den heimatlichen Steuerbehörden versteckt haben, sagte einer der Forscher, ein Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Kopenhagen, dem Dänischen Rundfunk.

Kopenhagen ist Hochburg der Taschendiebe: Die dänische Hauptstadt Kopenhagen ist ein beliebtes Touristen-Ziel. Und viele Besucher, aber auch Einheimische genießen die zwanglos-fröhliche Atmosphäre der Stadt. Die macht sorglos – und das zieht zunehmend Taschendiebe an. Um 10000 Fälle beziehungsweise 36 Prozent ist 2016 die Zahl der Anzeigen wegen Taschendiebstahl gestiegen – auf 33 419 Fälle. Das berichtete der Kopenhagener Oberbürgermeister Frank Jensen.

Taschen- und Trickdiebstahl seien zwar typische Probleme touristischer Metropolen, Kopenhagen aber werde das nicht akzeptieren, sagte Jensen. Deshalb habe die Stadt eine Aufklärungskampagne gestartet, mit der auf die üblichen Tricks der Taschendiebe – wie Ablenkung mit Fragen oder Bitten um kleine Hilfen – hingewiesen wird.

   

14 Wochen Trauer-Urlaub auch für Väter: Stirbt ein Baby bei oder kurz nach der Geburt, hat die Mutter in Dänemark Anspruch auf 14 Wochen bezahlten Trauer-Urlaub. Diesen Anspruch soll auch der Vater oder die eingetragene Lebenspartnerin der Mutter bekommen. Im Folketing ist der Vorschlag der oppositionellen Sozialistischen Volkspartei (SF) auf so breite Mehrheit gestoßen, dass die Annahme einer entsprechenden Gesetzesänderung als sicher gilt, berichtet die dänische Nachrichtenagentur Ritzau. Während des Trauer-Urlaubs haben die Betroffenen gesetzlichen Anspruch auf bis zu 4245 Kronen (570 Euro) Urlaubsgeld pro Woche.

LN

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