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Gaarden: Täter muss in Psychiatrie

Kiel Gaarden: Täter muss in Psychiatrie

Prozess um missbrauchte Kinder in Kiel – „Gefahr für Allgemeinheit“.

Kiel. Im Prozess um den schweren sexuellen Missbrauch zweier Mädchen in Kiel-Gaarden vom Januar 2016 hat die Jugendstrafkammer des Kieler Landgerichts gestern die dauerhafte Unterbringung des Täters in der geschlossenen Psychiatrie angeordnet. Laut Urteil ist der an einer paranoiden Schizophrenie leidende 31-Jährige eine Gefahr für die Allgemeinheit. Von ihm seien auch künftig erhebliche Straftaten zu erwarten. Einer positiven Prognose stehe die mangelnde soziale Kompetenz des Beschuldigten entgegen.

An der Täterschaft des Beschuldigten bestehe keinerlei Zweifel, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Becker in der Urteilsbegründung. So habe das fünfjährige Mädchen, das am Morgen des 6. Januar in einem Kindergarten beim Ausziehen ihrer Jacke in eine Toilette verschleppt, entkleidet und missbraucht wurde, den Täter eindeutig als Vater eines anderen dort betreuten Kindes identifiziert.

Der kleine, untersetzte Mann hatte an jenem Morgen seinen Sohn in den Kindergarten gebracht. Als die Fünfjährige ihn am Nachmittag wiedersah, begann sie zu zittern und wich nicht mehr von der Seite ihrer Betreuerin. Unter dem Nagel seines rechten Zeigefingers fanden sich DNA-Spuren, die „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ von dem Mädchen stammten.

Ebenso eindeutig war laut Urteil die Beweislage im zweiten, weit gravierenderen Missbrauchsfall, der mit erheblicher Körperverletzung verbunden war: Drei Wochen später habe der bereits unter Tatverdacht stehende Mann an der Hans-Christian-Andersen-Schule zwei weitere Mädchen angesprochen. Eine Siebenjährige ließ sich von der Aussicht auf Barbiepuppen in seine Wohnung unweit des Vinetaplatzes locken.

Hier fügte der zuvor „fast nie als Straftäter in Erscheinung getretene“ Mann dem Mädchen schwere Verletzungen zu, die später unter Vollnarkose behandelt werden mussten. Nach der Tat schickte der Mann das Kind weg. Es wurde in Tatortnähe von der Polizei aufgegriffen und führte die Beamten zur Wohnung. Auf der Matratze fanden sich belastende Spuren.

In seinem letzten Wort hatte der aus Turkmenistan stammende Beschuldigte erklärt, dass es ihm leid tue. Das Gericht sah darin keine Taktik: „Damit konnte er im Sicherungsverfahren nichts gewinnen“, sagte der Vorsitzende. Nur dank Zustimmung des 31-Jährigen, es bei der Verwertung der Videovernehmungen bewenden zu lassen, habe man den Mädchen den Auftritt vor Gericht ersparen können.

gey

LN

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