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Norddeutschland Gabriel: Windenergie braucht keinen Welpenschutz mehr
Nachrichten Norddeutschland Gabriel: Windenergie braucht keinen Welpenschutz mehr
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21:24 27.09.2016
Minister Sigmar Gabriel (SPD) sprach bei der Eröffnung der „WindEnergy“. Quelle: Bockwoldt/dpa
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Hamburg

. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Bedeutung der Windenergie für die Energiewende unterstrichen, gleichzeitig aber die gedrosselten Ausbauziele der Bundesregierung verteidigt. „Die Windenergie braucht keinen Welpenschutz mehr“, sagte Gabriel bei der Eröffnung der Messe „WindEnergy“ in Hamburg. „Sie muss sich den Herausforderungen des Marktes stellen.“ Mit dem Ausschreibungssystem, das im neuen Gesetz festgelegt sei, gebe es einen funktionierenden Markt. „Wir können nicht ein Sondersystem für einen Teilbereich des Energiemarktes schaffen.“

Die erneuerbaren Energien leisteten mittlerweile den größten Beitrag zur deutschen Stromversorgung, und die Windenergie habe daran den wesentlichen Anteil, sagte Gabriel. „Mit dem Motto ,je schneller, desto besser‘ sind wir jedoch an Grenzen gestoßen.“ Nun komme es darauf an, mit dem Netzausbau nachzuziehen, damit alle Rädchen ineinander greifen könnten. Für die Investoren in die Windenergie gebe es klare Rahmenbedingungen und eine gute Investitionsgrundlage.

Die deutsche Windenergie-Branche kritisiert die Politik der Bundesregierung, weil mit der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Ausbauziele für die Windenergie in den kommenden Jahren zu niedrig angesetzt seien. In den Jahren 2021 und 2022 dürfen noch jeweils 500 Megawatt Offshore-Windkraft dazu gebaut werden, von 2023 bis 2025 dann 700 Megawatt. Damit würde der Zubau auf etwa einen Windpark pro Jahr begrenzt.

Die Begrenzung soll den Strompreis in Schach halten, über den der Ausbau der Offshore-Windenergie wesentlich finanziert wird. „Das könnte zu einem Fadenriss führen“, befürchtet Andreas Wagner, Geschäftsführer der Stiftung Offshore Windenergie. Gabriel konterte die Kritik bei der Windenergie-Messe. „Manche Alarmmeldungen sind übertrieben“, sagte er. Der Zubau der Windenergie liege aktuell deutlich über den verabredeten Größenordnungen. Zudem gehe es nicht darum, den Ausbau zu stoppen, sondern nur das Tempo etwas abzubremsen. Auch ein Grund seien die hohen Kosten für das Netzmanagement, die wegen des stockenden Ausbaus der Netze in diesem Jahr rund eine Milliarde Euro betragen und in den kommenden Jahren weiter steigen werden. „Wir wollen daran arbeiten, dass diese Kosten gar nicht erst entstehen“, sagte Gabriel.

Bei der Hamburger Windenergie-Messe „WindEnergy“ dreht sich bis Freitag alles um Rotoren, Getriebe und Fundamente. Rund 1400 Aussteller aus 34 Nationen stellen in neun Messehallen auf 65 000 Quadratmetern ihre Produkte und Dienstleistungen vor.

LN

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