Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Ganz sicher besser geschützt
Nachrichten Norddeutschland Ganz sicher besser geschützt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:37 04.11.2017
Shanice (6) aus Reinbek ist stolz: Sie darf den Helm von Feuerwehrmann Marc Tabbert (43) aufsetzen.
Lübeck

„Hätte nicht gedacht, dass es so einfach geht!“ Michael Fickenscher (34) hat gerade versucht, mit einem Schraubenzieher ein abschließbares Doppelglas-Fenster aufzuhebeln. Dreimal ansetzen, knack!

Wie leicht es ist einzubrechen, wie Brände entstehen und wie man seine Gesundheit schützt, das war gestern Thema im Lübecker Einkaufszentrum Citti-Park. An zehn Ständen informierten Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungsdienstler und Firmen im Rahmen der LN-Sicherheitstage.

Fenster auf. „Tja, das dauert nur wenige Sekunden“, bestätigt Polizeihauptkommissarin Simone Sölter (42). Abschließbare Fenstergriffe seien dabei für Einbrecher auch kein Hindernis. „Und in 80 Prozent der Haushalte sind solche Standardfenster verbaut.“ Den Fenstern sieht man es äußerlich nicht einmal gleich an, wenn die Scharniere von außen aufgehebelt wurden, abgesehen von kleinen Druckstellen bleibt meist kein größerer Schaden zurück.

„Helfen denn Rollläden?“, will Fickenscher wissen. Simone Schölter wiegt den Kopf und deutet zum nächsten Stand, der im Citti-Park aufgebaut ist: Dort kann man Rollläden aufhebeln, auch ganz einfach mit einem Schraubenzieher. Was wirklich helfe, seien Sicherheitsfenster, sagt die Kommissarin. „Die sind natürlich etwas teurer.“

Dann doch lieber eine Alarmanlage? Ralf Krakow (50) von der Firma Magnum Security hat moderne Öffnungsmelder im Angebot, die unsichtbar in den Fensterrahmen integriert werden. Mit zwei Knöpfen am Bediengerät lassen sie sich einfach an- und ausschalten. Die Geräte werden in den Erdgeschossfenstern eingebaut. „Vielleicht noch über dem Garagendach oder am Balkon“, sagt Krakow. Kosten: Ab etwa 2000 Euro für ein normal großes Haus.

Doch nicht nur vor Einbrechern, auch vor Bränden kann man sich schützen. Eine Methode: Ein leuchtend gelber „Kinderfinder“-Aufkleber für die Kinderzimmer-Tür. „Wenn so ein Aufkleber drauf ist, schauen die Kameraden noch einmal besonders gründlich nach“, informiert Feuerwehrmann Marc Tabbert (43). „Kinder verstecken sich bei einem Feuer gerne.“ Die Feuerwehr präsentiert zudem Rauchmelder, Schutzanzüge und anderes Gerät.

Am Stand des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) führt der Rettungsdienst einen Meldeknopf vor, der per Knopfdruck ein Mikrofon aktiviert. „Wenn man im Bad stürzt, kann es von einem anderen Zimmer den Hilferuf übertragen“, erklärt Mareile Kordlewska (49).

Die LN-Sicherheitstage gehen heute weiter – von 13 bis 18 Uhr im Lübecker Citti-Park.

Sicherheit im Mittelpunkt

Vom 11. bis 25. November dreht sich bei den Lübecker Nachrichten in einer großen zweiwöchigen Serie alles rund ums Thema Sicherheit. In jeder Ausgabe wird ein Bereich in den Vordergrund gerückt: Vom Einbruchsschutz über Online-Banking und Messenger-Dienste bis hin zur Altersvorsorge. Experten klären über Hintergründe auf und geben viele nützliche Tipps für mehr Sicherheit und Schutz im Alltag.

 Marcus Stöcklin

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!