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Norddeutschland Gaschke steht das Wasser bis zum Hals
Nachrichten Norddeutschland Gaschke steht das Wasser bis zum Hals
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18:24 26.10.2013
Susanne Gaschke.

Die Affäre um Kiels Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke steuert ihren nächsten Höhepunkt an. Die im Konflikt um ihren millionenschweren Steuerdeal mit einem Augenarzt weitgehend isolierte Sozialdemokratin steht nach wochenlanger Krankschreibung vor einer Rückkehr ins Rathaus an diesem Montag. „Ich bin froh, dass es mir gesundheitlich besser geht“, sagte Gaschke den „Kieler Nachrichten“. „Ich war bei meinem Orthopäden, und er hat mich gesund geschrieben.“ Es wird eine schwere Woche für sie. Sehr wahrscheinlich wird eine Mehrheit im Stadtparlament die frühere „Zeit“-Redakteurin am Donnerstag zum Rücktritt auffordern.

Ihr Rückhalt ist dramatisch geschwunden, der Grüne Kooperationspartner hat sich abgewandt; auch viele Genossen wollen lieber ein Ende mit Schrecken als gar keins. Der Rücktrittsdruck auf die 46-Jährige nahm stetig zu. Die Staatsanwaltschaft führt ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der Untreue in besonders schwerem Fall, die Kommunalaufsicht im Innenministerium ein Disziplinarverfahren.

Seit Wochen schafft es der Fall in überregionale Blätter und Hauptnachrichtensendungen. Nachdem die Kommunalaufsicht Gaschkes Vorgehen als durchweg rechtswidrig bewertete, forderten Zeitungskommentatoren noch vehementer einen Amtsverzicht. „Das ist eine ganz schwierige Situation“, sagt SPD-Ratsfraktionschef Hans-Friedrich Traulsen. Die Fraktion will noch entscheiden, ob sie die Abstimmung über die Rücktrittsaufforderung freigibt. Ginge Gaschke freiwillig, bekäme sie — anders als bei einer Abwahl — keine Bezüge mehr. Gaschke will sich nach Rückkehr ins Rathaus öffentlich äußern. Bisher lehnte sie trotz allen Drucks einen Rücktritt ab. Auslöser der Krise war eine Eilentscheidung, die sie traf, ohne die Ratsversammlung einzubeziehen.

LN

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