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Norddeutschland Gastfamilien dringend gesucht
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20:13 19.08.2017
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Hamburg/Lübeck

Immer mehr junge Leute gehen während ihrer Schulzeit für ein Jahr ins Ausland. Allerdings erklären sich umgekehrt immer weniger deutsche Familien bereit, 15- bis 18-jährige Gäste bei sich zu Hause aufzunehmen, beklagen gemeinnützige Jugend-Austausch-Organisationen.

Dabei beginnt Anfang September die neue Einreisewelle: Für dieses Jahr rechnen Afs Interkulturelle Begegnungen (Afs) und Youth for Understanding (Yfu) mit je rund 500 Schülern aus der ganzen Welt, die in verschiedenen Familien in ganz Deutschland untergebracht werden.

Bei Afs gab es zuvor bundesweit 250 Plätze mehr, sagt Koordinatorin Mechthild Piechulla, „wir mussten die Plätze zurückschrauben.“ Ungefähr doppelt so viele Schüler aus Deutschland machen hingegen ein Auslandsjahr. Die Organisationen haben über 50 Partnerländer – in Amerika, Asien, Russland und Europa. Eine geeignete Gastfamilie zu finden, sei in anderen Ländern weniger ein Problem. Wieso es gerade in Deutschland so schwierig sei? Piechulla versteht es nicht. Auch Yfu-Sprecherin Isabel Nowack hat keine Erklärung für den Rückgang parat. „Da lässt sich viel spekulieren“, sagt sie. Aktuell sucht sie noch etwa 30 Familien in ganz Deutschland.

Im Südosten Schleswig-Holsteins sieht es besonders düster aus. Für Afs habe sich dieses Jahr nur eine Pastorenfamilie aus Scharbeutz bereit erklärt, einem Jugendlichen aus China die Haustür zu öffnen, sagt Piechulla. Letztes Jahr seien es immerhin noch fünf Familien aus der Region gewesen.

Piechulla war selbst Gastmutter. Sie hat die Welt zu sich an den Esstisch geholt. Zehn Schüler aus ganz unterschiedlichen Ecken ließ die 61-Jährige aus Grömitz im Laufe der Jahre in ihr Haus. „Man bekommt einen besonderen Blick über den Tellerrand“, sagt sie, „auch neue Sichtweisen auf Länder, die nicht so im Fokus des Weltgeschehens sind.“ Das Zusammenleben unter einem Dach gebe einen anderen Zugang zu Kulturen, als es ein Kurzurlaub könnte. Durch das tägliche Zusammenleben entstehen dann oft langjährige Freundschaften. „Gerade erst hatte ich wieder Besuch von einem ehemaligen Gastschüler aus Guatemala“, berichtet die 61-Jährige.

Grundsätzlich könne jeder Schüler aufnehmen, erklärt Yfu-Sprecherin Nowack: „Das muss nicht immer das klassische Familienbild sein – auch Alleinerziehende, gleichgeschlechtliche Paare oder ältere Leute, deren eigene Kinder schon ausgezogen sind, können sich bei uns melden.“ Wichtig sei das Interesse an neuen Kulturen, eine herzliche Aufnahme, ein freies Bett und ein Platz am Esstisch.

Weitere Informationen geben die Organisation Afs unter www.afs.de und der Telefonnummer 040/399 22290 und der Verein Youth for Understanding unter www.yfu.de und per Telefon unter der Nummer 040/ 227002778.

sbu

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