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Norddeutschland Geflügelpest: Schleswig-Holstein hebt landesweite Stallpflicht auf
Nachrichten Norddeutschland Geflügelpest: Schleswig-Holstein hebt landesweite Stallpflicht auf
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21:29 05.04.2017
Ein eingesperrtes Huhn schaut am 28.11.2014 in Flintbek (Schleswig-Holstein) durch das Gitter ihres Stalls.  Laut Minister Habeck nimmt die Zahl der Fälle von Geflügelpest  seit Mitte März spürbar ab. Quelle: Carsten Rehder/dpa
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Das hat Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gestern in Kiel angekündigt.

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Die Stallpflicht für Geflügel ist ab sofort landesweit aufgehoben. Nur in einigen Risikogebieten, vor allem in den Kreisen Ostholstein, Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg, müssen Hühner, Enten und Gänse noch einige Tage hinter Schloss und Riegel gehalten werden. Das hat Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) gestern in Kiel angekündigt.

„Die Zahl der Nachweise von Geflügelpest bei Wildvögeln hat seit der zweiten Märzhälfte spürbar nachgelassen“, sagt Habeck. Die Vogelgrippe-Lage habe sich damit stabilisiert. Und auch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) als nationales Referenzlabor habe seine Risikoeinschätzung geändert. Das Ansteckungsrisiko für Hausgeflügel sei demnach gering, wenn in einem Gebiet längere Zeit keine an Geflügelpest verendeten Wildvögel gefunden worden seien und es dort auch keine großen Ansammlungen von Wasservögeln gebe.

Allerdings: Die letzten Todfunde müssen bereits 30 Tage zurück liegen. Das ist in Ostholstein, Stormarn, Segeberg und im Herzogtum Lauenburg erst in einigen Tagen soweit. Bis dahin gilt dort die Aufstallpflicht weiter, und zwar in den Sperrbezirken um die Fundstellen herum und darüber hinaus in einzelnen Gemeinden, die eine besonders hohe Geflügeldichte haben. Welche Gebiete das genau sind, müssen die Kreise und kreisfreien Städte in den kommenden Tagen festlegen und bekanntgeben. Außerdem muss generell immer dann weiter aufgestallt werden, wenn eine Geflügelhaltung in einem drei Kilometer breiten Streifen entlang der Küste oder an einem See oder Fluss liegt und sich dort auch Wildvogelrast- und Wildvogelsammelplätze befinden. Deshalb wird die Stallpflicht zum Beispiel auf Fehmarn weiter gelten.

Dennoch: Mit dem neuen Erlass könne „ein erheblicher Teil des Geflügels wieder ins Freie“, sagt Habeck. Für die Geflügelhaltungen gelten aber weiterhin strenge Sicherheitsmaßnahmen. Gefüttert werden dürften die Tiere auch weiterhin ausschließlich im Stall oder unter einem Dach, damit Wildvögel keinen Zugang zu den Futterstellen haben. Futterreste müssten sofort beseitigt werden. Tränken dürften für Wildvögel ebenfalls nicht zugänglich sein. Sie müssten mit Leitungswasser befüllt werden. Auch Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, müssen gemäß

der Geflügelpest-Verordnung für Wildvögel unerreichbar gelagert werden. Das Geflügel dürfe auch keine natürlichen oder künstlichen Wasserstellen nutzen, die von Wildvögeln besucht werden. Notfalls müssten Zäune aufgestellt werden.

Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts handelt es sich bei der aktuellen Erkrankungswelle um die heftigste und am längsten andauernde Geflügelpest-Epidemie in Europa seit Beginn der Aufzeichnung. In Schleswig-Holstein grassieren parallel zwei Subtypen des Geflügelpesterregers, H5N8 und H5N5. Besonders betroffen war zuletzt die südliche Hälfe des Landes. Jetzt geht die Zahl der Nachweise auch bundesweit zurück, heißt es. In Niedersachsen hat das Land die allgemeine Stallpflicht ebenfalls aufgehoben. Zahlreiche Landkreise halten dennoch daran fest. So bleiben die Tiere neben Oldenburg, Ammerland und Cloppenburg auch im Emsland und Vechta unter Verschluss.

 Wolfram Hammer

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